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Ernährung bei PCO-Syndrom

Veröffentlicht von Oviva · Juli 30, 2022

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Das PCO-Syndrom betrifft schätzungsweise zwischen fünf und zwanzig Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter. Die Betroffenen sehen sich aufgrund hormoneller Schwankungen häufig mit einer starken Gewichtszunahme konfrontiert. Eine auf ihre besonderen Bedürfnisse angepasste Ernährung beim PCO-Syndrom trägt dazu bei, die Auswirkungen einzudämmen und Folgeerkrankungen zu verhindern.

Das Wichtigste in Kürze:

  •       PCO-Syndrom: Das Polyzystisches Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine verbreitete hormonelle Störung bei Frauen. Es steht häufig mit Übergewicht und Adipositas in Verbindung. Unbehandelt kann das Syndrom ernstzunehmende Folgen nach sich ziehen, die bis hin zur Unfruchtbarkeit und dem Auftreten weiterer Erkrankungen reichen können. Zudem fallen die Haare auf dem Kopf aus. Dafür wachsen Haare vermehrt an unliebsamen Stellen. Der Körper wird männlicher und Akne kommt hinzu.
  •       Abnehmen bei PCOS: Abnehmen trägt dazu bei, die Beschwerden einer PCOS abzumildern. Die Gewichtsprobleme sind hormonell bedingt, sodass eine Reduktion mit besonderen Anforderungen verbunden ist. Diese können im Rahmen einer fachkundigen Ernährungstherapie mit Kostenübernahme durch die Krankenkasse angegangen werden.
  •       Ernährung bei PCOS: Neben der Behandlung mit Medikamenten gehört die Ernährungsumstellung zu den wichtigsten Therapieoptionen. Damit lässt sich der gestörte Hormonhaushalt wieder regulieren.

Was ist das PCO-Syndrom (PCOS)?

Das PCO-Syndrom (PCOS) ist eine Erkrankung, die die weiblichen Fortpflanzungsorgane betrifft. PCOS steht für Polyzystisches Ovarialsyndrom. Es handelt sich um die häufigste hormonelle Störung bei Frauen im gebärfähigen Alter. Dabei ist insbesondere der Spiegel an männlichen Geschlechtshormonen erhöht. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, auf natürlichem Wege schwanger zu werden. Frauen mit Übergewicht sind deutlich häufiger von dem Syndrom betroffen.

Wie erkenne ich das PCO-Syndrom?

Das PCO-Syndrom erkennen Sie an den spezifischen Beschwerden, die durch das hormonelle Ungleichgewicht ausgelöst wird. Dabei müssen aber nicht alle Symptome (gleichzeitig) auftreten. Das hormonelle Ungleichgewicht sorgt bei den meisten Patientinnen dafür, dass der Eisprung ausbleibt und sich unreife Eizellen in den Eierstöcken ablagern. Diese Bläschen (Zysten) sind für das Syndrom namensgebend. Allerdings ist eine Zystenbildung bei der Diagnosestellung nicht entscheidend.

PCOS Symptome

Eines der auffälligsten PCOS Symptome ist die Gewichtszunahme. Die Ursachen der PCOS sind zwar noch nicht vollständig geklärt. Jedoch geht man von einer genetischen Veranlagung aus, wobei die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten des Syndroms durch den Lebensstil beeinflusst wird. Daher gehört eine leichte Adipositas zu den typischen Symptomen der PCOS. Bei etwa der Hälfte der Frauen ist das Gewicht normal, manche sind auch untergewichtig. Weitere PCOS Symptome sind:

  •       Unregelmäßiges Auftreten oder Ausbleiben der Monatsblutung
  •       Schwierigkeiten beim Schwangerwerden bis hin zu Unfruchtbarkeit
  •       Geschlechtsuntypische übermäßige Körperbehaarung (z.B. flaumige Gesichtsbehaarung)
  •       Dünnere Kopfbehaarung und Haarausfall auf dem Kopf (z.B. Geheimratsecken)
  •       Verändertes Hautbild mit Neigung zur Akne

Aufgrund des Überschusses an männlichen Geschlechtshormonen kann eine „Vermännlichung“ des Körperbildes eintreten. Außerdem lösen Hormonstörungen häufig psychische Beschwerden wie Depressionen aus. PCOS steht auch oft mit anderen Erkrankungen hormonbildender Organe, wie der Schilddrüsenunterfunktion, in Verbindung. Die Diagnose der PCOS wird durch Ultraschalluntersuchungen und Hormonbestimmungen gestellt.

Kann eine Ernährungstherapie bei PCOS helfen?

Eine Ernährungstherapie kann bei PCOS helfen, Beschwerden zu lindern und Folgeerkrankungen zu verhindern. Viele Frauen mit PCOS haben oft nicht nur mit Gewichtszunahme zu kämpfen, es kommt in der Folge auch oft zu einer Insulinresistenz. Dadurch wird das bestehende hormonelle Ungleichgewicht weiter verstärkt. Im Zuge einer professionellen Ernährungstherapie, wie bei Oviva, werden die multifaktoriellen Problemstellungen gemeinsam analysiert und es wird eine individuelle Ernährungsumstellung abgeleitet.

Eine individuelle Ernährungstherapie kann dazu beitragen, dass Sie weniger Medikamente nehmen müssen. Einige Patientinnen mit PCO-Syndrom berichten sogar, wie eine individuelle Ernährungsumstellung ihnen dabei geholfen hat, gänzlich auf Tabletten verzichten zu können. Bei Oviva erfahren Sie mehr über die Hintergründe Ihrer Erkrankung und setzen sich mit den komplexen Wechselwirkungen in Ihrem Körper auseinander. Stoffwechselerkrankungen und Übergewicht/Adipositas sind Gründe dafür, dass Ihre gesetzliche Krankenversicherung die vollen Kosten für Ihre Ernährungstherapie bei Oviva übernimmt.

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Kann ich abnehmen beim PCO-Syndrom?

Beim PCO-Syndrom kann Abnehmen schwierig sein, doch es ist möglich und vor allem sinnvoll. Eine Gewichtsreduktion von fünf bis zehn Prozent hilft bereits, die Auswirkungen einer Überproduktion männlicher Hormone sowie einer Insulinresistenz zu mindern. Um beim PCOS erfolgreich abnehmen zu können, ist ein Verständnis für die hormonellen Vorgänge notwendig. Die Gewichtsprobleme lassen sich nämlich nicht einfach auf „zu viel essen, zu wenig bewegen“ zurückführen.

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Warum ist Ernährung wichtig bei PCOS?

Die Ernährung ist bei PCOS wichtig, um ein Fortschreiten der Beschwerden zu verhindern. PCOS ist nicht heilbar und gerade bei starkem Übergewicht häufig mit ernstzunehmenden Folgekrankheiten verbunden. Es droht nicht nur eine dauerhafte Unfruchtbarkeit. Frauen mit PCOS haben auch ein erhöhtes Risiko für Diabetes Typ-2 oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor, um Schlaganfälle oder Herzinfarkte zu verhindern. Bei einem Kinderwunsch trägt die gezielte Ernährungsumstellung dazu bei, diesen trotz PCOS zu erfüllen.

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Ernährung bei PCOS: Darauf sollten Sie achten

Für die Ernährung bei PCOS sollten Sie darauf achten, die glykämische Last (GL) zu senken. Eine hohe GL bedeutet, dass ein Lebensmittel starke Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel hat. Reine Reduktionsdiäten im Sinne einer verminderten Nahrungsaufnahme führen bei PCOS nur selten zum Ziel. Es gilt vielmehr, die Zusammensetzung der Nährstoffe zu verändern. PCOS-Patientinnen haben diesbezüglich besondere Bedürfnisse:

  •       Viel Wasser und Ballaststoffe: Wasser und Ballaststoffe sorgen dafür, dass Sie sich schneller satt fühlen. Gleichzeitig belasten Sie sich nicht mit überflüssigen Kalorien. Gemüse und zuckerarmes Obst haben einen hohen Wasseranteil. Als Ballaststoffreiche-Lieferanten eignen sich Gemüse, zuckerarmes Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen.
  •       Richtige Auswahl der Kohlenhydrate und sättigende Eiweiß: Eine kohlenhydratspezifische Kost wirkt sich positiv auf den Blutzuckerspiegel aus. Eiweiße sättigen und der Körper benötigt für die Verdauung mehr Energie, als es bei Zucker oder anderen kurzkettigen Kohlenhydraten der Fall ist. Auch hier bieten sich Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen an. Zudem sind sie in Fleisch, Fisch und Tofu enthalten.
  •       Qualität der verwendeten Fette und Öle: Fette und Öle dürfen sein, Sie sollten jedoch auf eine hochwertige Qualität achten. Insbesondere das Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren ist wichtig. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren wie Omega-3 sind insbesondere in Seefisch und Leinöl enthalten.

Darüber hinaus ist bei PCOS auf eine ausreichende Versorgung mit Magnesium zu achten. Das Mineral spielt eine wichtige Rolle bei der Insulinwirkung. Vollkornprodukte, Nüsse, grünes Gemüse und Hülsenfrüchte sind geeignete Lieferanten.

Welche Lebensmittel sollte man bei PCOS vermeiden?

Bei PCOS sollten Lebensmittel vermieden werden, die den Blutzuckerspiegel in die Höhe treiben und schlecht sättigen. Meiden Sie insbesondere stärke- und zuckerreiche Lebensmittel und bevorzugen Sie stattdessen Gemüse und zuckerarme Obstsorten. Verarbeitete Lebensmittel enthalten häufig Weißmehl, das stärkere Auswirkungen auf den Blutzucker hat als Vollkornprodukte. Diese sollten auch nur in einem begrenzten Maße verzehrt werden, da sie ebenfalls einen hohen Anteil an Kohlenhydraten besitzen.

Die Ernährungsfachkräfte von Oviva beraten Sie gerne zu den passenden Lebensmitteln und wie Sie auch bei PCOS mit Genuss und ohne zuviel Verzicht essen.

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Freundliche Ernährungsberaterin in einem Patientengespräch

Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

 

Quellen:

1. https://www.awmf.org/leitlinien/detail/anmeldung/1/ll/089-004.html

2. https://doi.org/10.1001/archinte.166.19.2081

3. https://doi.org/10.1111/j.1467-789X.2012.01053.x

4. https://doi.org/10.1093/humupd/dms030

5. https://www.copenhagenfertilitycenter.com/de/infertilitat/pco-syndrom.htm

6. https://www.msdmanuals.com/de-de/profi/gyn%C3%A4kologie-und-geburtshilfe/menstruationsst%C3%B6rungen/polyzystisches-ovarialsyndrom-pcos

7. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0043-110480

8. https://www.thieme.de/de/presse/pco-syndrom-140798.htm

9. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sexualorgane/weibliche-hormone-zyklus/pco-syndrom.html

10. https://doi.org/10.1002/fsn3.977

11. https://doi.org/10.1016/j.plipres.2008.02.003

12. https://www.rosenfluh.ch/media/gynaekologie/2012/01/rationale_ernaehrungsempf.pdf

13. https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0035-1550221

14. https://www.mdpi.com/1422-0067/20/6/1351