Frau isst einen Salat

Ernährung bei einer Schilddrüsenunterfunktion – Was können Sie tun

Veröffentlicht von Oviva · September 26, 2022

Kostenlose Ernährungsberatung starten

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann vielfältige Ursachen haben und stellt – je nach Auslöser – hohe Anforderungen an die gesunde Ernährung. Die Ernährungsfachkräfte von Oviva geben wertvolle Informationen, was Sie selbst tun können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Schilddrüsenunterfunktion heißt: Es werden zu wenig lebenswichtige Hormone produziert, oft steckt ein Jodmangel als Auslöser dahinter.
  • Gewichtszunahme und Probleme beim Abnehmen gehören zu den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion.
  • Ernährungsberatung hilft, Mangelzustände auszugleichen und Gewichtsprobleme in den Griff zu bekommen.
  • Die Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen ist insbesondere während der Schwangerschaft und Stillzeit wichtig.

Definition: Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist eine Erkrankung oder ein Zustand, bei dem die Schilddrüse zu wenig Hormone produziert. Meistens liegt der Unterfunktion eine chronische Entzündung, bedingt durch eine Autoimmun-Erkrankung, zugrunde. Sie kann aber auch angeboren sein oder durch Operationen ausgelöst werden, wenn die Schilddrüse oder Teile davon entfernt wurden. Zudem gilt Jodmangel als wichtiger Risikofaktor für die Entstehung.

Die von der Schilddrüse produzierten Hormone sind lebenswichtig. Deswegen sind viele Betroffene auf Medikamente angewiesen, die dem Körper die Hormone auf diesem Wege zuführen. Die Schilddrüsenhormone erfüllen wichtige Aufgaben. Sie sind beispielsweise an der Regulation des Stoffwechsels und der Körpertemperatur beteiligt. Deswegen führt eine Schilddrüsenunterfunktion auch häufig zu einer Gewichtszunahme und Betroffene haben das Problem, dass sie nicht abnehmen können.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Eine Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich durch vielfältige Symptome. Dazu gehören trockenes Haar, Hautveränderungen, Verdauungsprobleme und häufig auch eine schwer zu kontrollierende Gewichtszunahme. Zudem kann der Hormonmangel auch zu psychischen Beschwerden wie Depressionen oder Konzentrationsstörungen führen. Wer unter solchen Einschränkungen leidet oder eine Vergrößerung der Schilddrüse feststellt, sollte sich möglichst umgehend an ärztliches Personal wenden.

Ernährungsberatung kann helfen

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion kann eine Ernährungsberatung helfen. Zum einen lassen sich Gewichtsprobleme damit in den Griff bekommen. Zum anderen leiden viele Betroffene an einer Mangelversorgung an Nährstoffen wie Jod, Eisen und Selen. Eine ausreichende Zufuhr ist insbesondere während der Schwangerschaft wichtig, da der Körper einen erhöhten Bedarf hat.

Wenn der Unterfunktion eine Autoimmun-Erkrankung zugrunde liegt, kann der Körper mit der richtigen Ernährung während einer akuten Schub-Phase unterstützt werden. Eine Ernährungstherapie ist zwar kein Ersatz für Medikamente und ärztliche Betreuung, doch es gibt Betroffene, die angeben, durch eine Ernährungsumstellung auf die Einnahme von Medikamenten verzichten oder diese reduzieren zu können.

Das sollte jedoch nur in enger Abstimmung mit dem behandelnden fachärztlichen Personal erfolgen. Bei Oviva kennen die Ernährungsfachkräfte die komplexen Anforderungen, die eine Schilddrüsenunterfunktion an die Ernährung und den Lebensstil von Betroffenen stellt. Eine App-begleitete Ernährungsberatung lässt sich unkompliziert in Ihren Alltag integrieren, sodass die Fachkräfte Sie Schritt für Schritt auf Ihrem Weg begleiten. Je nach Auslöser gibt es zudem die Möglichkeit, sich ein Rezept ausstellen zu lassen. Die Kosten der Ernährungstherapie trägt dann Ihre Krankenkasse.

Mit Oviva fühlen Sie sich spürbar gesünder und fitter

  • Im Schnitt >3,2% Gewichtsverlust in nur 12 Wochen
  • Individuelle Ernährungsumstellung bei Übergewicht, Bluthochdruck, Diabetes und vielem mehr
  • Über 370.000 zufriedene Teilnehmer*innen weltweit

Jetzt kostenlos starten

Warum Jod wichtig ist

Viele Schilddrüsen-Patient*innen fragen sich, warum Jod so wichtig ist. Zunächst einmal ist der Körper nicht in der Lage, das benötigte Jod selbst herzustellen. Deswegen sind wir darauf angewiesen, dieses Spurenelement über die Nahrung aufzunehmen. Da die Böden und Gewässer in Deutschland sehr jodarm sind, werden viele Speisen oft mit Jod angereichert, um eine ausreichende Versorgung zu gewährleisten.

Die Schilddrüse benötigt Jod als Grundstoff, um Hormone produzieren zu können. Der tägliche Bedarf eines Erwachsenen liegt bei ca. 150 bis 200 Mikrogramm. Schwangere und Stillende brauchen etwas mehr (zwischen 230 und 260 Mikrogramm), denn auch das Kind muss schon im Mutterleib ausreichend versorgt werden. Ansonsten drohen ernste Entwicklungsstörungen.

Bei Erwachsenen kann ein Jodmangel die Ausbildung eines sogenannten Strumas (oder auch Kropf genannt) zur Folge haben. Dabei handelt es sich um eine Vergrößerung der Schilddrüse, die oft mit einer Unterfunktion oder anderen Störungen in Verbindung steht. Allerdings gilt bei Schilddrüsenerkrankungen nicht einfach „Viel hilft viel“. Wenn Sie unter Hashimoto Thyreoiditis, einer chronischen Entzündung der Schilddrüse leiden, sollte die Jodzufuhr nicht über der empfohlenen Menge liegen. Gerne steht Ihnen das Oviva-Team für weiterführende Fragen zu diesem Thema zur Verfügung.

Wichtige Nährstoffe bei einer Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion gibt es einige wichtige Nährstoffe, auf die Sie nicht verzichten sollten. Dazu gehören bestimmte Mineralien und Spurenelemente wie Jod, Selen und Eisen. Aber es ist auch auf eine ausreichende Versorgung mit Zink, Magnesium, Folsäure und den Vitaminen D sowie B12 zu achten. Diese braucht die Schilddrüse, um optimal arbeiten zu können oder neben der Schilddrüsenerkrankung entstehende Begleiterscheinungen zu behandeln.

NährstoffLebensmittel
JodMeeresfisch (Kabeljau, Seelachs, Thunfisch), Algen, Brokkoli
SelenFleisch, Fisch, Eier, Nüsse, Pilze, Hülsenfrüchte, Kohl, Zwiebelgemüse, Spargel
EisenRind- und Schweinefleisch, Sesam, Pistazien, Pfifferlinge, Haferflocken, Spinat
ZinkRindfleisch, Hülsenfrüchte wie Bohnen oder Linsen
MagnesiumCashewnüsse, Mandeln, magnesiumhaltiges Mineralwasser, Blattspinat, Bananen
FolsäureHühnerleber, Weizenkleie, Spinat, Mandeln
Vitamin DHering, Champignons, Thunfisch, Steinpilze, Scholle
Vitamin B12Rindfleisch

 

Die Nahrungsmittelindustrie hat bereits vor einigen Jahrzehnten auf den Mangel in Deutschland reagiert und bietet jodiertes Speisesalz an. In einem Kilogramm sind etwa 15 bis 25 mg Jod enthalten. Seefisch und Algen sind für ihren hohen Gehalt an Jod und Vitamin D bekannt. Meersalz stellt dagegen keine reichhaltige Jodquelle dar, außer es wurde nachträglich damit angereichert. Als natürliche Jodlieferanten gelten Milchprodukte, wobei diese bei der Einnahme von Jodpräparaten oder bei einer Autoimmunerkrankung nur mit Vorsicht verzehrt werden sollten. 

Selen findet sich in tierischen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Eiern, aber auch in Nüssen, Pilzen und Hülsenfrüchten. Zudem gelten Kohl, alle Arten von Zwiebelgemüse und Spargel als sehr selenhaltig. Der Eisenbedarf lässt sich durch den Verzehr tierischer Lebensmittel decken, insbesondere enthalten Rind- und Schweinefleisch einen hohen Anteil. Diese enthalten außerdem viel wertvolles Vitamin B12. Vegetarische Eisenlieferanten können Sesam, Pistazien, Pfifferlinge oder Spinat darstellen.

Zink ist ebenso in Rindfleisch und Hülsenfrüchten enthalten. Der Magnesiumbedarf lässt sich durch das Trinken von Mineralwasser decken, das einen hohen Gehalt aufweist. Zudem ist es in Cashews, Mandeln, Blattspinat und Bananen enthalten. Um sich mit Folsäure zu versorgen, bieten sich Hühnerleber, Spinat und Mandeln an.

spinat

Lebensmittel, die bei Schilddrüsenunterfunktion helfen

Welche Lebensmittel bei einer Schilddrüsenunterfunktion helfen, ist von der Ursache der Unterfunktion abhängig. Die meisten Patient*innen profitieren daher von einer jodreichen Ernährung. Es gibt aber einige Krankheitsbilder, die eine hohe Aufnahme von Jod verbieten. Bitte besprechen Sie das im Zweifelsfalle mit dem behandelnden ärztlichen Personal oder wenden Sie sich an die Oviva Ernährungsfachkräfte. Demnach gelten als wertvolle Lebensmittel bei Schilddrüsenunterfunktion:

  •   Brokkoli (hoher Jodgehalt)
  •   Thunfisch (hoher Jod- und Selengehalt)
  •   Steinpilze (hoher Selengehalt)
  •   Spinat (hoher Jodgehalt und Vitamin K)
  •   Fleisch (hoher Eisengehalt), pflanzliche Eisenlieferanten: Hülsenfrüchte, Rote Beete

Weniger empfehlenswerte Lebensmittel bei einer Schilddrüsenunterfunktion

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion gibt es (je nach Auslöser) weniger empfehlenswerte Lebensmittel, die Sie besser vermeiden oder reduzieren sollten. Grundsätzlich sollten stark verarbeitete oder industriell belastete Nahrungsmittel gemieden werden, da diese sich negativ auf die Darmflora und den Insulinspiegel (z. B. aufgrund des versteckten Industriezuckers) auswirken können.

  •   Sojabohnen (stören die Jodaufnahme)
  •   Süßwasserfische (z.B. Forelle, Saibling; enthalten nur wenig Jod)
  •   Ersatz des üblichen Speise- oder Meersalzes (lieber Jodsalz verwenden)

Insbesondere Nachtschattengewächse machen Betroffenen mit Hashimoto oftmals Probleme. Sie reagieren auch manchmal auf Nüsse oder tierische Milchprodukte, sodass sich bei einer solchen Grunderkrankung ein sorgsam abgestimmter Ernährungsplan anbietet.

Schwangere Frau mit Babybauch

Schilddrüsenunterfunktion: Ernährung in der Schwangerschaft

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist die richtige Ernährung in der Schwangerschaft sehr wichtig, um die normale Entwicklung des Kindes zu gewährleisten und die Gesundheit der Mutter zu schützen. Schwangeren wird empfohlen, mindestens zwei Mal in der Woche Meeresfisch zu essen und regelmäßig Milch zu trinken, um eine Unterversorgung mit Jod auszuschließen.

Schilddrüsenunterfunktion: Ernährung in der Stillzeit

Die Ernährung in der Stillzeit stellt häufig besondere Anforderungen bei einer Schilddrüsenunterfunktion. Insbesondere das Abnehmen nach der Schwangerschaft ist dann besonders schwierig. Während der Stillzeit ist der Bedarf an Jod und anderen Spurenelementen weiterhin erhöht, da diese mit der Milch an das Kind weitergegeben werden. Wer stillt, benötigt täglich etwa 260 Mikrogramm Jod.

Bei Bedarf gibt es die Möglichkeit, Jod zusätzlich in Form von Tabletten aufzunehmen. Die Tabletten sollten aber möglichst nicht zeitgleich mit Milch oder anderen Milchprodukten eingenommen werden, da das enthaltene Kalzium die Aufnahme von Jod blockieren kann.

Freundliche Ernährungsberaterin in einem Patientengespräch

Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

Oviva Ernährungsberatung

  • Vollständige Kostenübernahme
  • Praktisches Foto-Ess-Tagebuch
  • Mit Ärzt*innen entwickelt

Kostenlos anmelden