Ernährung nach einem Herzinfarkt: Das sollten Sie beachten.

Veröffentlicht von Oviva · Dezember 21, 2022

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Meist sind Herzprobleme direkt mit Übergewicht und einem ungesunden Lebensstil verknüpft. Ein Herzinfarkt ist ein ernstzunehmendes Warnsignal: Es ist höchste Zeit für eine Ernährungsumstellung. Mehr dazu lesen Sie hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Medikamente zur Senkung von Blutfettwerten und Bluthochdruck sind sinnvoll.
  • Eine ausgewogene Ernährung ist nach einem Herzinfarkt der wichtigste Faktor auf dem Weg zurück zu einem belastbaren Kreislauf.
  • Frische Lebensmittel, viel Obst und Gemüse, Vollkornprodukte, Fisch und pflanzliche Fette: So sieht eine herzgesunde Ernährung aus.
  • Achtung beim Abnehmen bei Herzproblemen: Besser langsam und stetig als durch eine Crash-Diät!

Was ist ein Herzinfarkt?

Ein Herzinfarkt ist eine potentiell lebensgefährliche Durchblutungsstörung des Herzmuskels. Sie entsteht durch Verschluss oder Verstopfung einer Koronararterie. Koronararterien – auch Herzkranzgefäße genannt – sind die Blutgefäße, die den Herzmuskel mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen. Kann die betroffene Arterie nicht wieder geöffnet werden, führt ein Herzinfarkt zum Absterben von Herzmuskelgewebe. Je nach Ausmaß des Gewebeschadens bleibt eine chronische Herzschwäche zurück.

Symptome eines Herzinfarkts

Eine Kombination folgender Symptome weist auf einen Herzinfarkt hin:

  • Starke Schmerzen, Brennen, Druck und/oder Engegefühl in der Brust für mehr als fünf Minuten – typisch ist der von starken Angstgefühlen begleitete sogenannte „Vernichtungsschmerz“
  • Ausstrahlende Schmerzen: spürbar vor allem in Schultern und Armen, Hals und Nacken, Oberbauch und Unterkiefer
  • Atemnot
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Schwäche, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß

Aber: Nicht jeder Herzinfarkt zeigt so eindeutige Symptome. Mitunter sind Schmerzen nur in Schultern, Hals, Oberbauch oder Kiefer zu spüren, was zu Fehldiagnosen führen kann. Selten kann ein Herzinfarkt sogar ganz symptomfrei verlaufen.

So zeigt sich ein Herzinfarkt bei Frauen

Ein Herzinfarkt bei Frauen zeigt sich oft weniger deutlich als bei Männern. Weil häufig die Brustschmerzen als klares Symptom fehlen, wird ungefähr ein Drittel der Herzinfarkte bei Frauen gar nicht erkannt. Anzeichen eines Herzinfarkts bei Frauen sind auch:

  • Schmerzen im Nacken und zwischen den Schulterblättern
  • Kopfschmerzen
  • Kieferschmerzen, die häufig als Zahnschmerzen interpretiert werden
  • Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Starke Kurzatmigkeit
  • Schweißausbrüche
  • Schwäche, Erschöpfung, grippeähnliche Symptome

Ursachen und Risikofaktoren für einen Herzinfarkt

Ein Herzinfarkt wird durch den Verschluss einer Koronararterie ausgelöst. Ursache ist in den meisten Fällen ein Blutgerinnsel, das den Querschnitt des Blutgefäßes verstopft. Solche Gerinnsel lösen sich typischerweise aus arteriosklerotischen Ablagerungen an den Wänden der Koronararterien.

Der wichtigste Risikofaktor für einen Herzinfarkt ist die Verengung der Herzkranzgefäße durch Arteriosklerose (Gefäßverkalkung). Arteriosklerose tritt in der Regel im Zusammenhang mit Bluthochdruck, erhöhten Blutfett- und Blutzuckerwerten und Übergewicht beziehungsweise Adipositas auf. Auch Raucher haben ein erhöhtes Herzinfarktrisiko.

Von Adipositas sprechen Ärzte ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Mit unserem BMI-Rechner können Sie Ihren BMI ermitteln.

Kann man einem Herzinfarkt vorbeugen?

Auch wenn es familiäre Veranlagungen gibt: Einem Herzinfarkt lässt sich wirksam vorbeugen! 

Der typische Lebensstil der westlichen Länder ist geprägt von Bewegungsmangel und einer Ernährung, die zu viel Zucker, tierische Produkte und industriell verarbeitete Lebensmittel enthält. Diese Lebens- und Ernährungsgewohnheiten stehen in direktem Zusammenhang mit Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch mit vielen Krebserkrankungen und weiteren Zivilisationsleiden. Wer auf gesunde Ernährung, mehr Bewegung, Reduzierung des Körpergewichts und der Blutfett- und Blutzuckerwerte achtet, ist auf einem guten Weg – nicht nur, was die Herzgesundheit angeht.

Diese wichtigen Veränderungen müssen Sie nicht allein bewältigen! Studien haben gezeigt, dass Menschen, die eine professionelle Ernährungsberatung nutzen, erfolgreicher abnehmen und ihre Gesundheitsrisiken deutlicher verringern als die, die es ohne Unterstützung versuchen. Oviva gehört zu den anerkannten Anbietern moderner, app-gestützter Ernährungsberatungsprogramme: In den meisten Fällen übernehmen die Krankenkassen die Kosten für unsere Leistungen. Die Oviva Ernährungsfachkräfte zeigen Ihnen, wie Sie nach einem Herzinfarkt essen sollten, um gesund abnehmen zu können, und begleiten Sie auf dem Weg zu einem herzgesunden Lebensstil.

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Ernährung nach einem Herzinfarkt

Ein durchgemachter Herzinfarkt sollte Anlass für eine Ernährungsumstellung sein. Die wichtigsten Punkte für die Ernährung nach einem Herzinfarkt sind:

  • Senkung der Blutfettwerte durch fett- und cholesterinbewusste Ernährung
  • Senkung der Blutzuckerwerte durch kohlenhydratbewusste Ernährung
  • Senkung des Blutdrucks unter anderem durch salzarme Ernährung

Gesund essen nach Herzinfarkt – das bedeutet in erster Linie eine Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist. Dazu gehören frisches, roh verzehrtes oder selbst zubereitetes Obst und Gemüse sowie Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte, aber auch Nüsse und Samen.

  • Kohlenhydrate kommen am besten aus Gemüse und Vollkornprodukten. Der Verzehr von Zucker und Weißmehl sollte stark eingeschränkt werden.
  • Der Fettbedarf wird überwiegend aus pflanzlichen Ölen und Seefisch gedeckt.
  • Optimale Proteinquellen einer herzgesunden Ernährung sind Hülsenfrüchte, Fisch, magere Milchprodukte und Geflügel.
  • Rotes Fleisch, Wurstwaren, fette Milchprodukte und Eier kommen nur selten auf den Tisch.
  • Getränke sind zuckerfrei.

Durch eine solche Ernährung nehmen Sie automatisch auch weniger Kalorien zu sich: Dafür sorgt schon der Ersatz von Limonaden, Eistees und Säften durch Wasser und ungezuckerte Tees. Sie möchten Ihre Kalorienzufuhr noch weiter reduzieren? Achtung: Crash-Diäten können das Herz belasten – empfehlenswerter bei Herzproblemen ist deshalb eine langsame, stetige Gewichtsabnahme. Am besten, Sie holen sich professionelle Hilfe beim Abnehmen!

Welche Lebensmittel sind gut für das Herz?

Nachgewiesenermaßen gut für das Herz sind:

  • Eine möglichst große Vielfalt von Gemüse und Obst– besonders wertvoll sind die kräftig gefärbten Sorten
  • Mehrfach ungesättigte Fettsäuren – gute Lieferanten sind pflanzliche Öle wie Olivenöl, Rapsöl oder Leinöl sowie Lachs, Makrele und Hering.
  • Ballaststoffe – diese finden sich reichlich in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten sowie vielen Gemüse- und Obstsorten.

Anhaltspunkte gibt es darüber hinaus auch für die herzgesunde Wirkung von fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut.

Was sollte man nach einem Herzinfarkt vermeiden?

Alkohol und Zigaretten sind nach einem Herzinfarkt noch weniger angeraten als davor. Auf Zigaretten sollten Sie verzichten – die gefäßverengende Wirkung von Nikotin ist genau das, was Sie bei bereits geschädigten Blutgefäßen nicht brauchen. Auch den Genuss von Alkohol sollten Sie stark einschränken. Allerdings gibt es viele Studien, die einem (aber wirklich nur einem!) täglichen Glas Rotwein wegen der enthaltenen Antioxidantien eine gesundheitsfördernde Wirkung bescheinigen.

Wenn es so etwas wie verbotene Lebensmittel nach einem Herzinfarkt gibt, dann sind das in erster Linie Fast Food und industriell verarbeitete Lebensmittel wie Fertiggerichte, Süßigkeiten und Snacks. Was diese Produkte so problematisch macht, ist nicht nur ihre ungesunde Zusammensetzung mit viel Salz und/oder Zucker, schnell verdaulichen Mehlen, minderwertigen Fetten, kaum Ballaststoffen oder Vitalstoffen. Besonders problematisch ist der Umstand, dass sie stark dazu verführen, viel zu viel davon zu essen. In diesem Zusammenhang sollen auch Trans-Fette erwähnt werden: Diese häufig in Margarine und Fertigprodukten enthaltenen industriell hergestellten Fette erhöhen ebenfalls das Risiko von Erkrankungen der Herzkranzgefäße.

Falls Sie sich durch diese Empfehlungen entmutigt fühlen: Holen Sie sich Hilfe! Studien haben gezeigt, dass eine Ernährungsberatung wesentlich bessere Erfolgschancen hat als allgemeine Ernährungsempfehlungen. Die Oviva Ernährungsfachkräfte unterstützen Sie beim der Ernährung nach einem Herzinfarkt – individuell, motivierend und auf Basis neuester ernährungsmedizinischer Erkenntnisse. Da auch die Krankenkassen den Wert solcher Ernährungsinterventionen anerkennen, können Sie sich eine Ernährungstherapie von Ihrem Hausarzt verschreiben lassen. Oviva ist dann für Sie kostenfrei!

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Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

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