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Ernährung bei Gallensteinen

Veröffentlicht von Oviva · August 31, 2022

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Die Entstehung von Gallensteinen wird von der westlichen Ernährungsweise beeinflusst. Eine Ernährungstherapie wie die von Oviva kann das Risiko von Koliken und anderen Komplikationen senken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Gallensteine sind feste Ablagerungen in der Gallenblase oder im Gallengang. Sie bestehen häufig aus Cholesterin. Auch Calcium- und Magnesiumverbindungen sind Bestandteile der Steine.     
  • Übergewicht ist ein häufiger Risikofaktor für die Entstehung.
  • Ernährung kann Gallensteine zwar meistens nicht auflösen, aber das weitere Wachstum verhindern.

Definition: Was sind Gallensteine? 

Gallensteine sind etwa kirschkern- bis hühnereigroße feste Ablagerungen in der Gallenblase oder im Gallengang. Sie bestehen aus Stoffen, die ursprünglich im Gallensaft gelöst waren. Gallensteine sind sehr häufig: Wir finden sie bei ca. 20 % aller Erwachsenen.

Wie entstehen Gallensteine?

Gallensteine entstehen aus ursprünglich in der Gallenflüssigkeit gelösten Stoffen, wenn der eingedickte Gallensaft diese Stoffe nicht mehr lösen kann. Dazu kommt es, wenn sie in zu hoher Konzentration oder in gestörten Mengenverhältnissen vorkommen, aber auch, wenn die Gallenblase sich längere Zeit nicht bewegt. Beim Auskristallisieren entsteht zunächst ein feiner Grieß, der sich im Folgenden zu größeren Gallensteinen zusammenlagern kann.

Die meisten Gallensteine sind Cholesterinsteine. Aus Cholesterin werden in der Leber die für die Fettverdauung unverzichtbaren Gallensäuren synthetisiert. Neben den Gallensäuren enthält der Gallensaft deshalb auch Cholesterin. Ein weiterer häufiger Steinbildner ist der Gallenfarbstoff Bilirubin, das Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin.

Lesen Sie mehr über Ernährung bei Cholesterin.

Gallensteine Symptome

Viele Menschen haben Gallensteine, ohne es zu wissen: Ärtz*innen gehen davon aus, dass bis zu 20 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Die Ablagerungen in der Gallenblase verursachen häufig keine oder nur unspezifische Symptome und werden dann eher als Zufallsbefund entdeckt. Gallensteine können zu Blähungen, Völlegefühl und diffusen Druckschmerzen im Bauch führen. Ganz ähnliche Beschwerden werden jedoch auch durch andere Probleme des Verdauungstrakts ausgelöst.

Ein unmissverständlicher Hinweis auf Gallensteine ist dagegen eine schmerzhafte Gallenkolik. Koliken entstehen, wenn ein Stein im Eingang oder im Querschnitt des Gallengangs feststeckt und den Fluss des Gallensaftes blockiert. Die krampfartigen Schmerzattacken dauern 15 Minuten bis mehrere Stunden und strahlen oft vom rechten Oberbauch in den Rücken und bis in die rechte Schulter aus. Übelkeit und Brechreiz können hinzukommen.

Wenn Gallensteine die Wand der Gallenblase reizen oder diese durch angestauten Gallensaft gedehnt wird, kann sich das Organ entzünden. Symptome einer Gallenblasenentzündung sind Dauerschmerz im rechten Oberbauch, eine angespannte, druckempfindliche Bauchdecke über der Leber, schmerzhafte Bauchatmung, Fieber und eventueller Schüttelfrost.

Richtige Ernährung bei Gallensteinen: darauf sollten Sie achten

Obwohl auch familiäre Veranlagung eine Rolle spielt, sind Ernährungs- und Lebensgewohnheiten der wichtigste Faktor bei der Entstehung von Gallensteinen. Heute geht man davon aus, dass eine kaloriendichte, ballaststoffarme Ernährung für die Entstehung von Gallensteinen maßgeblich verantwortlich ist. Als problematisch angesehen werden insbesondere ein Übermaß schnell verdaulicher Kohlenhydrate (Zucker und Weißmehl) sowie Mangel an Ballaststoffen. Auch wenn nicht vollständig geklärt ist, wie genau diese Ernährungsform zu Gallensteinen führt, weisen große Beobachtungsstudien wie die seit den 1970er Jahren laufenden amerikanischen Nurses’ Health Studies mit mehreren 100.000 Teilnehmerinnen dennoch deutlich auf einen Zusammenhang hin.

Was also essen bei Gallensteinen? Moderne Empfehlungen für eine ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung bei Gallensteinen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: 5 Portionen täglich Gemüse und Obst (3 Portionen Gemüse, 2 Portionen Obst), ballaststoffreiche Ernährung, 2x pro Woche Fisch oder mageres Fleisch, ansonsten möglichst vegetarisch und Bevorzugen von Fetten mit einem hohen Anteil an ungesättigten Fettsäuren sowie hochwertige Öle.

Gallensteine und Kohlenhydrate

Zu viele leicht verdauliche Kohlenhydrate erhöhen das Gallensteinrisiko. Maßhalten sollten Sie beim Haushaltszucker, beim Fruchtzucker (dieser ist insbesondere auch in Limonaden, Säften und industriell hergestellten gesüßten Lebensmitteln zu finden) sowie bei Lebensmitteln aus fein gemahlenem Weißmehl (unter anderem Brötchen, Toast, Feingebäck und Nudeln).  

Empfohlen werden Brot, Brötchen und Pasta aus Vollkornmehlen sowie möglichst naturbelassene kohlenhydratreiche Lebensmittel wie Vollkornreis oder Pellkartoffeln.

Getreide Ballaststoffe

Gallensteine und Ballaststoffe

Eine ballaststoffreiche Ernährung kann die Cholesterinkonzentration im Gallensaft senken und so das Steinrisiko vermindern. Gute Ballaststoffquellen in der normalen Ernährung sind Gemüse (insbesondere alle Kohlsorten), Beerenobst und Zitrusfrüchte, Speisepilze, Nüsse und Vollkornprodukte. Durch den Verzehr von Hafer- oder Weizenkleie, Leinsaat oder Flohsamenschalen lässt sich die Ballaststoffbilanz weiter verbessern. Aber Achtung: Ballaststoffe quellen im Darm. Um Verstopfung zu vermeiden, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig.

Gallensteine und Fette

Die Rolle von Fetten bei Gallensteinleiden wird heute etwas anders beurteilt als vor einigen Jahrzehnten. Die früher empfohlene streng fettreduzierte Gallenschonkost gilt als überholt, da sie in Studien keine Vorteile gegenüber anderen Ernährungsformen zeigte.

Gallenflüssigkeit dient der Fettverdauung. Sie wird in den Darm abgegeben, sobald der Nahrungsbrei Fette enthält. Ein Komplettverzicht lässt den Gallensaft in der Gallenblase stagnieren, was ebenfalls das Steinrisiko erhöht. Ärzt*innen raten daher heute zu moderatem Fettverzehr, um die Gallenblase in Bewegung zu halten. Generell sind pflanzliche Öle dabei gesünder als tierische Fette. 

Industriell erzeugte Transfette, die in Margarine, frittiertem Fast Food, haltbarem Gebäck und Knabbereien enthalten sind, sollten gemieden werden. (Diese Stoffe werden in Inhaltsstofflisten als „gehärtete“ oder „hydrogenierte Fette“ deklariert.)

Gallensteine und Cholesterin

Die meisten Gallensteine bestehen aus Cholesterin. Ob der Verzicht auf Cholesterin in der Nahrung Auswirkungen auf das Steinrisiko hat, ist jedoch unklar. Cholesterin ist unter anderem der Ausgangsstoff für die Synthese der Gallensäuren und ist aus diesem Grund stets im Gallensaft enthalten. Ist wenig Cholesterin in der Nahrung, wird der Stoff in der Leber nachproduziert. Verzicht hat daher keinen einschneidenden Effekt. Ähnlich wie bei Fetten spricht also auch beim Cholesterin aus heutiger Sicht nichts gegen einen maßvollen Verzehr: zum Beispiel von Eiern.

Gallensteine und Alkohol

Beim Thema Gallensteine und Alkohol finden sich unterschiedliche Empfehlungen. 

Studien zufolge verringert regelmäßiger Alkoholkonsum das Gallensteinrisiko erheblich. Unklar bleibt allerdings, ob es sich um einen direkten Effekt handelt, oder ob andere Auswirkungen des Alkoholkonsums (beispielsweise auf das Körpergewicht) indirekt eine Rolle spielen. Angesichts der generellen Risiken von Alkohol raten manche Ernährungsexpert*innen deshalb weiterhin zum Verzicht. Andererseits weist insbesondere Rotwein wegen seines hohen Gehalts an Antioxidantien auch andere gesundheitliche Vorteile auf. Moderater Rotweingenuss in der Größenordnung von einem bis zwei Gläsern pro Tag kann daher (nicht nur) aus Sicht der Gallengesundheit durchaus empfohlen werden.

Gallensteine durch Ernährung auflösen?

Grundsätzlich ist es nicht möglich, einmal gebildete Gallensteine durch eine bestimmte Ernährung aufzulösen. Das schaffen nur spezielle Medikamente. Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, kombiniert mit Bewegung und Gewichtsreduktion, kann aber durchaus das Wachstum bereits vorhandener Steine stoppen.

Lebensmittel und Verträglichkeit bei Gallensteinen

Die folgende Tabelle enthält in der linken Spalte Lebensmittel, die bei Gallensteinleiden grundsätzlich empfohlen werden. Wichtig ist jedoch, dass Sie ausprobieren, welche davon Ihnen gut bekommen. So sind beispielsweise Pilze oder Kohl aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts für die Ernährung bei Gallensteinen prinzipiell gut geeignet, werden jedoch individuell unterschiedlich gut vertragen.

Diese Lebensmittel werden bei Gallensteinen grundsätzlich empfohlenMit diesen Lebensmitteln sollten Sie bei Gallensteinen vorsichtig sein
Vollkornprodukte (Vollkornbrot, Vollkornnudeln)Haushaltszucker, Süßspeisen und Süßigkeiten aller Art
Ballaststofflieferanten (Weizen- und Haferkleie, Leinsamen, Chiasamen, Flohsamenschalen)Fruchtzucker (insbesondere in Limonaden, Fruchtsäften und Fertigprodukten) – Obst ist in Ordnung
Gemüse nach Belieben Weißmehl und Weißmehlprodukte (Brötchen, Toast, Gebäck, Pasta)
Beerenobst und ZitrusfrüchteTierische Fette – vor allem fettes Fleisch und Schmalz
Gute pflanzliche Öle (u.a. Olivenöl, Rapsöl, Leinöl, Nussöl)Frittierte Lebensmittel und Margarine (Transfette!)
Magere Milchprodukte Wurst- und Räucherwaren
Fisch und Meeresfrüchte Hülsenfrüchte (sie erhöhten in Studien den Cholesteringehalt des Gallensafts)
Mageres FleischAlkohol (in größeren Mengen)
Täglich eine Handvoll Nüsse     

Ernährungstherapie bei Gallensteinen

Übergewicht bzw. Adipositas sind bekannte Risikofaktoren für die Entstehung von Gallensteinen. Eine Reduzierung des Körpergewichts wirkt sich daher auch günstig auf Gallensteinleiden aus.

Zu beachten ist allerdings, dass intensive Diäten und Verzicht auf Fett bei erhöhtem Gallensteinrisiko kontraproduktiv sind: Wird die Gallenblase im Verdauungsprozess nicht beansprucht, dickt der stagnierende Gallensaft ein, und Gallensteine können wachsen bzw. neu entstehen. 

Im Rahmen einer professionellen Ernährungstherapie wie bei Oviva wird unter Berücksichtigung medizinischer Erkenntnisse auf Ihre individuellen Bedürfnisse eingegangen, um das Gallensteinrisiko zu senden und die Leiden zu mindern. So wird empfohlen, dass Sie Ihre Gallenblase in Bewegung halten, alle wichtigen Nährstoffe und Mikronährstoffe in optimalen Mengen aufnehmen und Sie Ihren Körper mit Energie versorgen, während Sie Ihr Gewicht reduzieren und Ihr Gallensteinrisiko stetig senken.

Krankenkasse zahlt für Ernährungstherapie bei Adipositas und Gallensteinen.

Die für eine ärztlich verordnete Ernährungstherapie anfallenden Kosten tragen die Krankenkassen in der Regel vollständig. Oviva arbeitet mit einer Reihe von Krankenkassen zusammen, die für adipöse Patient*innen die Kosten einer zertifizierten Ernährungsberatung komplett übernehmen. 

Hier können Sie prüfen, ob Ihre Krankenkasse dazu gehört. 

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Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

Quellen:

https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-008l_S3__Gallensteine-Diagnostik-Therapie_2018-08.pdf

https://books.google.de/books?id=Fdf9DwAAQBAJ&pg=PA250&f=false#v=onepage&q&f=false

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32614416/

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-082007/ernaehrungstipps-gegen-gallensteine/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15233680/

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30665280/

https://fet-ev.eu/gallensteine-ernaehrungstherapie/