An einem Finger wird mit einem Blutzuckermesser der Blutzuckerwert gemessen.

Was tun bei Überzuckerung (Hyperglykämie)?

Auch wenn Ihr Diabetes bereits behandelt wird: Zu einer Überzuckerung kann es trotzdem mitunter kommen – zum Beispiel bei Erkrankungen oder Stress, oder wenn Sie bestimmte Medikamente einnehmen. Zu häufig sollte das allerdings nicht geschehen, denn stark erhöhte Blutzuckerwerte schaden dem Körper. Hier lesen Sie, was bei Überzuckerung zu tun ist – und wie eine geeignete Ernährung solche Krisen vermeiden kann.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Überzuckerung ist der Blutzucker gefährlich hoch.
  • Zu den ersten Symptomen von Überzuckerung gehören heftiger Durst und starker Harndrang
  • Im schlimmsten Fall kann Überzuckerung zum diabetischen Koma führen.
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen sind: viel Wasser trinken und Korrektur-Insulin spritzen. Bei Bewusstseinstrübungen unbedingt den Notarzt rufen!
  • Vorbeugen können Sie unter anderem mit einer kohlenhydratbewussten Ernährung. Oviva unterstützt Sie dabei!

Was ist Überzuckerung (Hyperglykämie)?

Wenn zu viel Zucker im Blut ist, wird das als Überzuckerung oder Hyperglykämie bezeichnet. Meist hängt Überzuckerung mit Diabetes zusammen, einer Krankheit, bei der der Körper Schwierigkeiten hat, Zucker aus der Nahrung richtig zu verwerten. Dadurch bleibt zu viel davon im Blut, und der Blutzuckerspiegel kann stark ansteigen. 

Für Menschen ohne Diabetes sind Blutzuckerwerte oberhalb von 100 mg/dl (vor dem Essen gemessen) oder 140 mg/dl (nach dem Essen gemessen) bereits zu hoch. Bei Menschen mit Diabetes sind solche Werte dagegen nicht ungewöhnlich. Kritisch wird es hier, wenn der Blutzuckerspiegel Werte von 200 bis 250 mg/dl überschreitet.

Überzuckerung ist in jedem Fall ein Gesundheitsrisiko – und kann sogar richtig gefährlich sein. Deshalb ist es wichtig, die Anzeichen zu kennen und zu wissen, was zu tun ist, wenn der Blutzuckerspiegel zu hoch wird.

Was ist eine diabetische Ketoazidose?

Eine besonders gefährliche Begleiterscheinung von Überzuckerung kann eine diabetische Ketoazidose sein. Dabei kommt es zusätzlich zur massiven Überzuckerung auch zu einer Übersäuerung des Blutes und zu erheblichen Verlusten von Wasser und im Blut gelösten Salzen über die Nieren. Eine diabetische Ketoazidose kann relativ rasch zu Bewusstseinstrübungen und Ohnmacht bis hin zum lebensgefährlichen ketoazidotischen Koma führen.

Frau sitzt am Tisch und ist angeschlagen

Symptome einer Überzuckerung

Eine ausgeprägte Überzuckerung führt immer dazu, dass Zucker über die Nieren ausgeschieden wird. Das ist verbunden mit der unerwünschten Abgabe großer Mengen von Flüssigkeit und Elektrolyten. Die akuten Symptome einer Überzuckerung sind teilweise Anzeichen des so entstandenen Flüssigkeits- und Elektrolytmangels.

Zu hohen Blutzucker erkennen Sie meist an folgenden Symptomen und Beschwerden:

  • Starkes Durstgefühl
  • Trockener Mund
  • Verstärkter Harndrang mit erhöhten Urinmengen
  • Verschwommenes oder doppeltes Sehen
  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit

Stark erhöhte Blutzuckerwerte ab etwa 600 mg/dl können durch die damit verbundene massive Flüssigkeits- und Elektrolytausscheidung zu niedrigem Blutdruck und Bewusstseinstrübungen bis hin zum sogenannten hyperosmolaren diabetischen Koma führen. Während Typ-1-Diabetiker eher ein ketoazidotisches Koma entwickeln, stellt das hyperosmolare Koma für Typ-2-Diabetiker eine Gefahr dar. 

Das hyperosmolare Koma unterscheidet sich vom ketoazidotischen Koma dadurch, dass es bei ersterem nicht zur Übersäuerung kommt. Potenziell lebensbedrohlich sind beide: Sie müssen möglichst rasch mit Infusionen von Flüssigkeit, Elektrolyten und Insulin intensivmedizinisch behandelt werden. Suchen Sie bei entsprechenden Symptomen deshalb umgehend einen Arzt auf oder rufen Sie den medizinischen Notdienst!

Langfristige gesundheitliche Folgen von Überzuckerung

Dauerhaft oder regelmäßig phasenweise erhöhte Blutzuckerwerte schaden der Gesundheit, indem sie Blutgefäße und Nerven schädigen. Es entwickeln sich Durchblutungsstörungen, die unter anderem das Herz (koronare Herzkrankheit), die Augen (diabetische Retinopathie), die Nieren (diabetische Nephropathie), die Füße (diabetischer Fuß) oder das Zahnfleisch (Parodontitis) betreffen können. Nervenschäden können zu Schmerzen und Empfindungsstörungen (diabetische Polyneuropathie), aber auch zu psychischen Problemen führen. 

Was sind die Ursachen der Überzuckerung?

Überzuckerung hängt in den meisten Fällen mit einer Diabetes-Erkrankung zusammen. Bei Diabetes ist die Fähigkeit der Körperzellen, Zucker aus dem Blut aufzunehmen, gestört. 

Eigentlich soll die Behandlung einer Diabetes-Erkrankung mit Medikamenten oder Insulin die Blutzuckerkontrolle wiederherstellen – und schafft das auch die meiste Zeit. Trotzdem kann es ab und zu noch zu Überzuckerungen kommen – beispielsweise im Zusammenhang mit:

  • Sehr kohlenhydratreichen Mahlzeiten
  • Zu niedrig dosierten Diabetes-Medikamenten (oder vergessener Einnahme)
  • Defekten des Insulinpens, der Insulinpumpe oder des Infusionssets
  • Einnahme bestimmter Medikamente: z.B. Blutdrucksenker (Betablocker), harntreibende Arzneimittel (Diuretika), Asthmamedikamente (Broncholytika), Psychopharmaka, Entzündungshemmer (Immunsuppressiva), Blutfettsenker (Statine) oder antiretrovirale Wirkstoffe in der HIV-Therapie
  • Fieber oder Stress
Glas Wasser mit Zitrone und Minze

Sofortmaßnahmen bei Überzuckerung

Wenn Sie bei sich oder einer anderen Person Anzeichen einer Überzuckerung bemerken, sollten Sie folgende Erste-Hilfe-Maßnahmen anwenden:

  • Reichlich Wasser trinken
  • Gegebenenfalls Korrekturinsulin spritzen (entsprechend Ihrem individuellen Behandlungsplan) 
  • Stündlich den Blutzucker kontrollieren

Bei Bewusstseinstrübungen oder drohender Ohnmacht empfiehlt es sich, den Notarzt anzurufen und die stabile Seitenlage einzunehmen.

Wie kann einer Überzuckerung vorgebeugt werden?

Häufige Überzuckerungen schaden der Gesundheit. Um dem vorzubeugen, können Sie Folgendes tun:

  • Nehmen Sie Ihre Diabetes-Medikamente gewissenhaft so ein, wie Sie es mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin besprochen haben. 
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutzucker – so haben Sie gute Chancen, eine beginnende Überzuckerung rechtzeitig zu erkennen. 
  • Stärken Sie Ihr Immunsystem und kurbeln Sie Ihren Stoffwechsel an – z.B. durch Sauna und Bewegung im Freien bei jedem Wetter. So beugen Sie auch fiebrigen Infekten am besten vor.
  • Verringern Sie Stress – u.a. durch ausreichend Schlaf, aktive Erholung und tägliche kleine Auszeiten.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig: Krafttraining, Ausdauertraining und das alltägliche Bewegungsprogramm von Bettenmachen bis Treppensteigen verbrauchen Zucker und verbessern die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen.
  • Trinken Sie ausreichend (etwa 1,5 bis 2 Liter täglich) – am besten nur Wasser und ungesüßten Tee.
  • Ernähren Sie sich kohlenhydratbewusst! Zucker und andere leicht verdauliche Kohlenhydrate führen besonders leicht zu Überzuckerung. Bevorzugen Sie Vollkornprodukte und ballaststoffreiches Obst und Gemüse. Ausführliche Tipps zur Ernährung bei Typ-2-Diabetes finden Sie in einem eigenen Oviva Beitrag.

Um gute Vorsätze in die Tat umzusetzen, kann ein bisschen Unterstützung nicht schaden. Hier kommt Oviva ins Spiel. 

Mit Oviva stellen Sie Ihre Ernährung so um, so dass Ihr Blutzucker mit besseren Werten punktet – und Sie eventuell sogar die Diabetes-Medikamente reduzieren können. Das Oviva Programm kombiniert die individuelle Ernährungsberatung durch unsere erfahrenen Ernährungsfachkräfte mit einer praktischen Smartphone-App, die Sie rund um die Uhr in Ihrem Alltag begleitet. Dieser Ansatz ist ganz besonders motivationsförderndmedizinische Studien haben den Erfolg unseres Programms eindeutig gezeigt. 

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Janina K.

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Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

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