Frau im Sonnenuntergang trinkt ein Glas Limonade.

Was tun bei Unterzuckerungen (Hypoglykämien) bei Diabetes?

Oft reichen ein Glas Limo oder ein paar Traubenzuckerplättchen, um den Blutzucker wieder anzuheben – aber manchmal kann eine Unterzuckerung auch ein richtiger medizinischer Notfall sein. Wir erklären, wie Unterzuckerungen entstehen, was zu tun ist und wie Sie sie vermeiden können.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Unterzuckerungen sind vor allem ein Problem für Menschen mit Diabetes, die Insulin spritzen oder bestimmte Medikamente einnehmen.
  • Bei Symptomen von Unterzuckerung müssen Sie sofort gegensteuern: Nehmen Sie rasch etwas Zuckerhaltiges zu sich!
  • Unterzuckerung kann schnell zu Bewusstseinstrübungen führen – Betroffene können sich nicht mehr selbst helfen und sind auf Erste Hilfe angewiesen.
  • Gesunder Lebensstil, gutes Diabetes-Management und ausgewogene Ernährung beugen Unterzuckerungen vor. Oviva unterstützt Sie dabei!

Was ist Unterzuckerung (Hypoglykämie)?

Von Unterzuckerung oder Hypoglykämie sprechen Ärzte bei besonders niedrigen Blutzuckerwerten, die meist von einer Reihe typischer Symptome begleitet werden. Die Grenze zur Unterzuckerung ist nicht eindeutig festgelegt, individuell unterschiedlich und situationsabhängig. Erste Symptome von Unterzuckerung können auftreten, wenn der Blutzuckerspiegel 70 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) unterschreitet. Eine ausgeprägte Unterzuckerung liegt bei Werten unterhalb von 40 mg/dl vor.

Bei gesunden Menschen kann es unter Fastenbedingungen zu niedrigen Blutzuckerwerten kommen, ohne dass deshalb Symptome auftreten. Symptomatische Unterzuckerungen stehen in der Regel mit der medizinischen Behandlung einer Diabetes-Erkrankung mit Insulin oder sogenannten Sulfonylharnstoffen in Verbindung.

Unterzuckerungen sind bei Menschen mit Diabetes ein relativ häufiger medizinischer Notfall – einer Erhebung des Robert-Koch-Instituts von 2014 zufolge erleiden in Deutschland jährlich etwa 2,5 Prozent der an Diabetes erkrankten Erwachsenen eine schwere Hypoglykämie. 

Mann im blauen Hemd steht in eienem Büro. Er hat einen schmerzverzerrten Gesichtsausdruck und fässt sich an den Kopf.

Symptome einer Unterzuckerung

Die ersten Symptome einer Unterzuckerung sind:

  • Schwitzen
  • Zittern
  • Unruhe
  • Blässe

Diese Symptome werden durch die als Antwort auf den Zuckermangel freigesetzten Stresshormone verursacht.

Sinkt der Blutzucker weiter, beeinträchtigt der Zuckermangel die Funktion des Gehirns. Die Betroffenen sind zunehmend auf schnelle Hilfe von außen angewiesen. Eine schwere Hypoglykämie hat folgende Symptome:

  • Konzentrationsschwäche
  • Schwindel
  • Verwirrung
  • Wesensveränderungen
  • Schläfrigkeit und Verlangsamung
  • Sprach- oder Sehstörungen
  • Krämpfe
  • Bewusstlosigkeit bis hin zum hypoglykämischen Schock

Ein hypoglykämischer Schock ist eine lebensgefährliche Komplikation, die zum Atem- oder Kreislaufstillstand führen kann.

Was sind die Ursachen der Unterzuckerung?

Auch gesunde Menschen haben mitunter niedrigen Blutzucker: zum Beispiel bei verstärkter körperlicher Aktivität, oder wenn im Rahmen von Diäten oder Fastenperioden über längere Zeit keine oder nur sehr wenig Kohlenhydrate aufgenommen werden. Der Körper verfügt aber über ausgleichende Mechanismen, um den Blutzucker wieder anzuheben:

Bei beginnender Unterzuckerung werden die Hormone Adrenalin, Noradrenalin und Glukagon freigesetzt, die Zuckerreserven rasch mobilisieren und die Neubildung von Zucker, zum Beispiel aus Fetten und Protein, stimulieren. Eine schwere Hypoglykämie kann deshalb nur entstehen, wenn diese kompensatorische Reaktion nicht ausreicht.

Typische Ursache einer Unterzuckerung bei Menschen mit Diabetes ist die Überdosierung von Medikamenten, die den Insulinspiegel anheben. Enthält dann eine Mahlzeit zu wenig Kohlenhydrate, oder sind Sie körperlich gerade sehr aktiv, kann es zu einem starken Absinken des Blutzuckerspiegels kommen. 

Ihr Hypoglykämie-Risiko ist besonders hoch, wenn Sie Insulin spritzen. Aber auch wenn Sie sogenannte Sulfonylharnstoffe einnehmen (das sind Diabetes-Tabletten mit den Wirkstoffen Glibenclamid, Glimepirid oder Gliquidon), kann es relativ leicht zu Unterzuckerungen kommen. Andere Diabetes-Medikamente wie Metformin oder die GLP1-Rezeptoragonisten Semaglutid und Liraglutid werden dagegen kaum mit Unterzuckerungen in Verbindung gebracht.

Weitaus seltener können Unterzuckerungen auch verursacht werden durch: 

  • Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose)
  • Insulin-produzierende Tumoren der Bauchspeicheldrüse.
  • Funktionsstörungen der Nebenniere, die die Sekretion von Adrenalin und Noradrenalin beeinträchtigen.
  • Schwere Erkrankungen wie etwa eine Leber- oder Niereninsuffizienz.
  • Schwerer Alkoholmissbrauch 

Bevor ich Oviva entdeckte, war meine Ernährung ein Chaos und ich stand kurz vor Diabetes. Ich wusste nicht wirklich was gesund ist und wollte unbedingt etwas ändern. Dank Oviva habe ich viel gelernt. Ich achte jetzt mehr auf die Zutaten und überlege, ob ich Hunger habe oder es einfach nur Gelüste sind. Ich habe schon 25 kg abgenommen und bin meinen Zielen ein gutes Stück näher gekommen.

Janina K.

Auf einer weißen Tischplatte steht ein Teller mit Obst auf einem gestreiften Handtuch. Daneben schenkt eine Hand rote Limonade mit Früchten auf einer Karaffe in ein Glas.

Sofortmaßnahmen bei Unterzuckerung

Eine Unterzuckerung kann schnell aus dem Ruder laufen und schlimmstenfalls zu einem lebensgefährlichen hypoglykämischen Schock führen. Daher muss sie unverzüglich behandelt werden.

Menschen mit Diabetes sind meist schon darauf eingestellt, Anzeichen von Unterzuckerung bei sich zu bemerken. Die richtige Sofortmaßnahme ist dann, rasch etwas Zuckerhaltiges zu trinken oder zu essen. Gut geeignet sind zum Beispiel 

  • Ein Glas Fruchtsaft oder Limonade (nicht mit Süßstoff!)
  • 3 Stückchen Würfelzucker
  • Ein paar Bonbons
  • Ein Esslöffel Honig
  • 3 bis 4 Traubenzuckertäfelchen 

Der Blutzuckerspiegel normalisiert sich dann innerhalb von 10 bis 20 Minuten. Danach sollten Sie noch ein paar langsamer verdauliche Kohlenhydrate (zum Beispiel ein belegtes Brot oder etwas Obst) zu sich nehmen, um den Blutzucker auch längerfristig zu stabilisieren.

Bei ausgeprägtem Unterzucker sind die Betroffenen jedoch meist kaum in der Lage, sich selbst zu helfen. Ist die Person bei Bewusstsein, kann man sie beim Trinken von zuckerhaltigen Flüssigkeiten oder bei der Einnahme von Zucker unterstützen. Bei Bewusstlosigkeit sollte das wegen Erstickungsgefahr besser unterbleiben.

Mitunter ist für die Erste Hilfe bei Unterzuckerung ein Notfall-Kit mit einer Spritze, einem Fertigpen oder einem Nasenspray mit Glukagon vorhanden. Diese Mittel können auch bei bewusstlosen Personen angewendet werden. Sobald die Betroffenen das Bewusstsein wiedererlangt haben, müssen sie etwas Zuckerhaltiges trinken oder essen, um eine erneute Unterzuckerung zu verhindern.

Es ist nicht immer ganz einfach, als Außenstehender anhand der Symptome Unterzuckerung und Überzuckerung zu unterscheiden. Sind Sie sich nicht sicher, worum es sich handelt, sollte unbedingt der Blutzucker gemessen werden, bevor Sie Glukagon als Erste-Hilfe-Maßnahme verabreichen – bei einer Überzuckerung verschlimmert das Hormon den Zustand der Betroffenen nämlich zusätzlich. Ist keine Blutzuckermessung möglich, rufen Sie bei Bewusstlosigkeit ohne weiteren Verzug einen Notarzt.

Ältere Dame mit braunen Haaren sitzt auf einem Sofa im Wohnzimmer und lächelnd in die Kamera.

Was kann ich tun, um der Unterzuckerung vorzubeugen?

Häufige Unterzuckerungen bleiben nicht folgenlos: Vor allem bei älteren Menschen mit Diabetes kann eine schlechte Blutzuckereinstellung zu Minderungen der kognitiven Leistungsfähigkeit bis hin zur Demenz führen.

Es gibt einiges, was Sie tun können, um Unterzuckerung vorzubeugen.

  • Achten Sie auf die frühen Warnsymptome von Unterzuckerung, und steuern Sie rechtzeitig gegen. Zu diesem Zweck sollten Sie wirklich immer ein paar Traubenzuckerplättchen oder ähnliches dabei haben! 
  • Essen Sie regelmäßige Mahlzeiten.
  • Ernähren Sie sich ausgewogen und bevorzugen Sie sogenannte komplexe Kohlenhydrate, wie sie in ballaststoffreichen, naturbelassenen Lebensmitteln wie Gemüse, Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten und Nüssen vorkommen. Diese werden langsam verdaut und halten den Blutzuckerspiegel längerfristig auf einem stabilen Niveau.
  • Messen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker – vor allem, wenn Sie Insulin spritzen oder Sulfonylharnstoffe einnehmen.
  • Wenn Sie krank sind, Stress haben oder sich unrund fühlen, oder wenn sich Ihr sonst regelmäßiger Tagesablauf kurzfristig ändert, sollten Sie häufiger messen – Ihre Blutzuckerwerte können gerade stärker schwanken als gewohnt.
  • Wenn Sie Sport treiben oder anderweitig körperlich sehr aktiv sind, ist Ihr Kohlenhydratbedarf währenddessen und noch für einige Stunden danach deutlich erhöht – stellen Sie Ihrem Körper langsam verdauliche Kohlenhydrate zur Verfügung. 
  • Bei häufigen Unterzuckerungen: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin! Eventuell sind Ihre Diabetes-Medikamente zu hoch dosiert.

Eine Diabetes-Erkrankung zu managen ist keine kleine Herausforderung. Holen Sie sich Hilfe! 

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Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

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