Prädiabetes: Anzeichen und Symptome

Veröffentlicht von Oviva · November 25, 2022

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Prädiabetes ist eine Diabetes Vorstufe. Hier lesen Sie, was das bedeutet, welche Risiken es gibt, was Sie tun sollten, wenn bei Ihnen Prädiabetes diagnostiziert wurde, und wie Oviva Ihnen helfen kann.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Prädiabetes ist ein Warnsignal – Ihr Risiko, Diabetes zu entwickeln, ist hoch!
  • Ihre Gesundheit ist gefährdet, auch wenn sich zunächst noch keine alarmierenden Symptome zeigen.
  • Eine Gewichtsreduktion kann dabei helfen, dass sich Ihr Blutzuckerspiegel wieder normalisiert.
  • Oviva hilft Ihnen dabei – wir zeigen Ihnen, wie Sie am besten abnehmen und begleiten Sie auf diesem Weg.

Was ist Prädiabetes?

Prädiabetes liegt vor, wenn der Blutzuckerspiegel zwar erhöht ist, aber noch nicht so hohe Werte erreicht, dass Diabetes diagnostiziert werden muss. Prädiabetes ist die Vorstufe von Typ 2 Diabetes. Typ 2 Diabetes ist heute die häufigste Form der Zuckerkrankheit. Sie tritt oft bei Übergewicht und Adipositas auf und entsteht durch eine Kombination von genetischer Veranlagung, ungünstiger Ernährung und weiteren Lebensstilfaktoren. Erfahren Sie hier mehr über die Ernährung bei Diabetes Typ 2.

Die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu bilden, ist bei Prädiabetes im Allgemeinen noch nicht beeinträchtigt. Deshalb kann ein Prädiabetes durch individuelle Ernährung und mehr Bewegung oft wieder zurückgedrängt werden.

Verstehen Sie Ihre Prädiabetes Diagnose daher als hilfreiches Warnsignal: Eine Gewichtsreduzierung kann jetzt Schlimmeres verhindern.

Gesundheitsrisiken bei Prädiabetes

Viele medizinische Studien haben gezeigt, dass Prädiabetes ähnliche Gesundheitsrisiken mit sich bringt wie Diabetes. Zu den mit langfristig erhöhten Blutzuckerwerten verknüpften Risiken und Erkrankungen gehören:

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlaganfälle
  • chronische Nierenerkrankungen
  • Demenz

Ursachen und Risikofaktoren für Prädiabetes

Prädiabetes entsteht, wenn die Zellen des Körpers ungenügend auf Insulin ansprechen, es liegt eine abgeschwächte Insulinwirkung vor. Ärztliches Fachpersonal nennt das Insulinresistenz. 

Insulin ist ein blutzuckerregulierendes Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Wenn nach einer Mahlzeit viel Glukose – ein einfacher Zucker, aus dem die meisten Kohlenhydrate aufgebaut sind – aus dem Darm ins Blut gelangt, setzt die Bauchspeicheldrüse Insulin frei. Der Botenstoff stimuliert die Körperzellen dazu, Glukose aufzunehmen, bis der Blutzuckerspiegel wieder normale Werte erreicht hat. Bei Prädiabetes ist die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen herabgesetzt. Die Bauchspeicheldrüse erhöht ihre Insulinproduktion, kann aber die Insulinresistenz der Zellen nicht mehr ganz kompensieren. Glukose bleibt länger im Blut und der Blutzuckerspiegel erhöht sich.

Die Insulinresistenz betrifft nicht nur die glukoseverbrauchenden Zellen von Muskel-, Fett- oder Bindegewebe, sondern auch die Leberzellen. Hier hat Insulin noch eine andere Aufgabe: Es stoppt die Freisetzung in der Leber gespeicherter Glukose. Auch diese Funktion kann der Botenstoff bei Prädiabetes nicht mehr richtig ausüben und die Leber setzt verstärkt Glukose ins Blut frei. Deshalb bleibt der Blutzucker sogar erhöht, wenn Sie längere Zeit nichts gegessen haben.

Risikofaktoren für Prädiabetes sind:

  • Fortgeschrittenes Alter
  • Übergewicht / Adipositas
  • Bewegungsmangel
  • Hoher Blutdruck, hohe Blutfettwerte
  • Aufgetretener Schwangerschaftsdiabetes
  • Diabetes in der Verwandtschaft

Ob Sie an Adipositas leiden könnten, sagt Ihnen unser BMI-Rechner.

Prädiabetes Symptome

Prädiabetes tritt oft zusammen mit Übergewicht, Bluthochdruck und erhöhten Blutfettwerten auf. Diese Kombination wird auch als Metabolisches Syndrom bezeichnet.

Abgesehen von den im Labor messbaren erhöhten Blutzuckerwerten zeigt Prädiabetes selbst in der Regel noch keine spürbaren Symptome. Selten gibt es auch bei Prädiabetes Anzeichen, die eigentlich für den echten Diabetes typisch sind:

  • Die erhöhten Blutzuckerwerte können zu verstärktem Durst führen – und dies wiederum zu vermehrtem Wasserlassen.
  • Permanent erhöhter Blutzucker schädigt zudem die Blutgefäße und führt zu Durchblutungsstörungen. Das erhöht die Neigung zu bakteriellen und Pilzinfektionen.
  • Kribbelnde Schmerzen in Händen oder Füßen können auf Nervenschädigungen hindeuten.
  • Auch Müdigkeit und geringe Belastbarkeit können Symptome von Prädiabetes sein.
  • Die erhöhte Insulinmenge im Blut kann zwischenzeitlich auch zu sehr niedrigem Blutzuckerspiegel führen. Haben Sie mitunter Schwindelanfälle? Diese können bei Prädiabetes durch Unterzuckerung verursacht werden.

Wie wird Prädiabetes diagnostiziert?

Der Verdacht auf Prädiabetes entsteht meist bei einer normalen Blutuntersuchung. Werden dabei erhöhte Blutzuckerwerte gemessen, wird das ärztliche Fachpersonal Sie bitten, einen Termin für eine Messung des Nüchternglukosewerts und einen oralen Glukosetoleranztest zu vereinbaren.

Da Sie vor dem Test mindestens acht Stunden lang nichts essen dürfen, wird die Messung normalerweise morgens durchgeführt. Auch mit dem Frühstück müssen Sie bis nach dem Test warten. Sie kommen nüchtern in der Arztpraxis an. Dort wird zunächst Blut abgenommen, um den Nüchternglukosewert zu bestimmen. Dann trinken Sie ein großes Glas einer vorbereiteten Traubenzuckerlösung, die 75 Gramm Glukose enthält. Zwei Stunden danach wird wieder Blut abgenommen und der Blutzucker bestimmt.

Auf Prädiabetes weisen Werte für die Nüchternglukose im Bereich zwischen 100 und 125 mg/dl (Milligramm pro Deziliter) hin, ebenso Blutzuckerwerte zwischen 140 und 199 mg/dl beim oralen Glukosetoleranztest. Bei höheren Werten wird Diabetes diagnostiziert.

Ein weiterer wichtiger Messwert für die Diagnose von Diabetes und Prädiabetes ist der sogenannte HbA1C-Wert, auch als Blutzuckerlangzeitwert bekannt. Aus diesem Wert lässt sich auf den durchschnittlichen Blutzucker der vergangenen 2 bis 3 Monate schließen. Werte über 5,7 Prozent gelten hier als erhöht.

Was tun bei Diabetes Vorstufe?

Bei Prädiabetes müssen in der Regel zunächst noch keine Medikamente verschrieben werden. Aktiv werden sollten Sie jetzt aber auf jeden Fall – und zwar buchstäblich! 

Prädiabetes spricht häufig gut auf mehr körperliche Bewegung in Verbindung mit einer Ernährungsberatung an. Die dadurch erzielte Gewichtsabnahme schafft es in vielen Fällen, den Blutzucker wieder zu normalisieren. Wenden Sie sich an Oviva – unser Ernährungsberatungsprogram bei Prädiabetes wird von fast allen Krankenkassen vollständig übernommen.

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Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

Quellen:

Stefan: Ist Prädiabetes behandlungsbedürftig? Nature Public Health Emergency Collection (2022)

European Society of Cardiology, Deutsche Gesellschaft für Kardiologie: Pocket-Leitlinie Diabetes, Prädiabetes und kardiovaskuläre Erkrankungen

Dagogo-Jack: Prediabetes: A Fundamental Text: Pathophysiology, Complications, Management, Reversal. American Diabetes Association (2021)