Emotionales Essen stoppen in 3 Schritten

Futtern gegen Frust oder Stress – so können Sie emotionales Essen stoppen. Essen gegen negative Gefühle ist weit verbreitet – doch es führt schnell zu Übergewicht oder Adipositas. Damit ist es eine Gefahr für die Gesundheit. Erfahren Sie hier, wie Sie in 3 Schritten emotionales Essen stoppen.

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Definition: Was ist emotionales Essen?

Emotionales Essen bezeichnet das Essen aus emotionalen Gründen, anstatt aus tatsächlichem Hunger. Dabei greifen Sie oft zu Lebensmitteln, wenn Sie Gefühle wie Stress, Traurigkeit, Einsamkeit empfinden oder Sie essen aus Langeweile. Dieses Verhalten kann zu einem Teufelskreis führen, bei dem Essen zur Bewältigung von Emotionen eingesetzt wird, anstatt sich auf die zugrunde liegenden Probleme zu konzentrieren. Um emotionales Essen zu erkennen, achten Sie auf Muster, wie z. B. das Essen in bestimmten Stimmungen oder Situationen.

Oft neigen wir bei emotionalem Essen auch dazu, kalorienreiche Lebensmittel zu uns zu nehmen. Der Hang dazu lässt sich psychologisch herleiten: Mit solchen Lebensmitteln verbinden die meisten Menschen Belohnungsgefühle. Zum einen, weil der enthaltene Zucker Dopamin freisetzt – ein Botenstoff, der Wohlgefühl vermittelt. Zum anderen, weil Burger und Co. für viele Kinder eine Belohnung waren. Das daraus entstandene Grundgefühl „Essen tut mir gut“ bleibt im Erwachsenenalter erhalten.

Es ist wichtig, alternative Bewältigungsstrategien zu entwickeln, um solche emotionalen Essgewohnheiten zu durchbrechen. Weiter unten im Artikel lesen Sie alles zu den Ursachen, Merkmalen und vor allem: wie Sie emotionales Essen stoppen können.

Was verursacht emotionales Essen?

Emotionales Essen wird durch verschiedene Faktoren verursacht. Mögliche Auslöser sind:

  • Stress
  • Frust
  • Aggression
  • Wut
  • Einsamkeit
  • Trauer
  • Zurückweisung
  • Misserfolg

Die genauen Gründe sind sehr individuell. Die negativen Reize können aus dem Berufsumfeld stammen, aus dem Privatleben oder einfach aus Erinnerungen. Viele Betroffene berichten von einem hohen Leidensdruck, der mit den negativen Empfindungen einhergeht.

Warum ist emotionales Essen gefährlich?

Emotionales Essen ist gefährlich, weil daraus weitere Symptome oder Diagnosen wie Adipositas folgen können. Problematisch sind sowohl körperliche als auch seelische Veränderungen.

So kann emotionales Essen zu einer Depression führen. Besonders dramatisch für Betroffene, denn dadurch wird das schädliche Essverhalten zusätzlich gefördert. Sie versuchen, die gedrückte Stimmung in depressiven Phasen durch Essen zu kompensieren. Das führt wiederum zu einer Verstärkung der Depression, etwa durch Zunahme an Körpergewicht und Minderung des Selbstwertgefühls. Um gegenzusteuern, ist bei emotionalem Essen eine Ernährungsberatung oftmals sinnvoll.

In körperlicher Hinsicht führt das unkontrollierte Essen meist zu einer Gewichtszunahme. Über Monate und Jahre entsteht daraus häufig eine Adipositas. Daraus können weitere Symptome wie Abgeschlagenheit und Kreislaufbeschwerden resultieren – die wiederum Auslöser für emotionales Essen sind.

In jedem Fall ist es ratsam, emotionales Essen zu vermeiden. Wie gelingt das? Hierfür gibt es verschiedene Ansätze. Eine Ernährungsberatung ist ein wichtiger erster Schritt.

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Gesundes Essen

Gibt es gesundes emotionales Essen?

Gesundes emotionales Essen gibt es in dieser Form nicht. Der Gedanke ist oft: Wenn ich Obst statt Burger esse, ernähre ich mich ausgewogen. So habe ich keine Beschwerden. Das funktioniert leider nicht. Erstens ist bei emotionalem Essen die Verbindung aus Nahrungsaufnahme und Belohnung problematisch. Zweitens ist es den meisten Betroffenen nicht möglich, auf kalorienreiche Lebensmittel zu verzichten. Das liegt am Belohnungssystem des Körpers, das besonders auf solche Nahrung anspricht. Experten empfehlen daher, die Ernährung grundsätzlich umzustellen, um emotionales Essen zu stoppen.

Frau mit kurzen braunen Haaren in einer weißen Bluse sitzt in einem fastfood Imbiss und schaut nachdenklich aus dem Fenster.

Was sind die Merkmale von emotionalem Essen?

Die Merkmale für emotionales Essen umfassen verschiedene Aspekte. Grundsätzlich ist wichtig, sich mit der Frage zu befassen: Esse ich emotional? Folgende Indizien sprechen dafür:

Essen ohne Hunger

Da Stress oder Frust Auslöser von emotionalem Essen sind, erfolgt es in der Regel ohne Hunger. Zudem steht es in einem direkten zeitlichen Zusammenhang mit dem Auslöser. Wer emotional isst, wartet nicht auf das Mittagessen oder Abendbrot, sondern isst, sobald der Auslöser auftritt: Ich habe Stress – also esse ich.

Schuldgefühle nach dem Essen

Ein besonders tragischer Aspekt von emotionalem Essen sind die Schuldgefühle. Diese treten häufig schon während des Essens auf und verstärken die negativen Gefühle. Spätestens nach dem Essen quälen sich viele Betroffene mit Gedanken wie: Warum konnte ich nicht standhaft bleiben? Warum kann ich nicht aufhören zu essen?

Kein Sättigungsgefühl

Emotionales Essen wird von negativen Gefühlen ausgelöst, die durch das Essen nicht behoben werden. Aus diesem Grund tritt meist kein Sättigungsgefühl ein. Oder auf den Punkt gebracht: Es gibt keine Lösung für das Problem, also bleibt der Esszwang bestehen.

Keine Disziplin

Emotionales Essen zu stoppen, ist ohne die passende Hilfe schwer möglich. Die fehlende Selbstbeherrschung ist daher ebenfalls ein Indiz, das auf emotionales Essen hindeutet.

Emotionales Essen stoppen in 3 Schritten

Mit den folgenden Schritten decken Sie Ihr emotionales Essverhalten auf und lernen, damit umzugehen.

1. Gefühle erkennen

Erkennen Sie zuerst, welche Gefühle das emotionale Essen bei Ihnen auslösen. 

Ist es:

  • Alltagsstress? 
  • Wut? 
  • Einsamkeit?
  • Traurigkeit?

Schauen Sie sich nun Ihr Esstagebuch im Zusammenhang mit Ihrer Stimmung der letzten Woche an, um Ihr emotionales Essverhalten zu analysieren.

Frau im blauen Pullover sitzt auf einem Sofa und schaut etwas traurig nach unten.

2. Emotionale Handlungsabläufe aufdecken

Beantworten Sie mit Hilfe Ihres Ess-Tagebuchs folgende Fragen:

  • Zu welcher Art von Lebensmittel greifen Sie? 
  • Wie groß sind Ihre Mahlzeiten?
  • Wann geschieht es? 
  • Wie fühlen Sie sich dabei?
  • Wie fühlen Sie sich danach?

3. Einen “Wenn-Dann-Plan” erstellen

Erstellen Sie sich nun einen konkreten Plan, was Sie machen möchten, wenn Sie das nächste Mal die Gefühle, die Sie zum Essen verleiten, entwickeln. Zum Beispiel: 

“Wenn ich das nächste Mal …. (Gefühl/ Situation benennen), dann mache ich … (Alternative Handlung benennen).”

Beispiele, was Sie stattdessen machen könnten:

  • mit einer vertrauten Person reden
  • Musik hören
  • zur Lieblingsmusik tanzen
  • Fotos von kostbaren Erinnerungen durchsehen 
  • ein beruhigendes Bad nehmen 
  • eine warme Decke oder ein kuscheliges Kissen deine Stimmung heben kann

Gibt es Übungen gegen emotionales Essen?

Es gibt einige hilfreiche Übungen gegen emotionales Essen. Zusätzlich zum beschriebenen Wenn-dann-Plan können Bewegung oder Yoga helfen. Beides hat zwei Vorteile: Sie haben Zeit, Ihre Gedanken neu zu ordnen und haben keine Gelegenheit, etwas zu essen. Wenn Sie sich nicht stark genug fühlen, dem Essen zu widerstehen, binden Sie eine Vertrauensperson mit ein. Rufen Sie einen Freund oder eine Freundin an und bitten Sie um Unterstützung, bis die Hungerattacke vorüber ist.

Tipp: Emotionales Essen stoppen Sie am besten so früh wie möglich. Schon wenn sich die negativen Gefühle aufbauen, sollten Sie aufmerksam werden und aktiv etwas gegen die Hungerattacke tun.

Emotionales Essen: Coaching gegen Folgen wie Adipositas

Emotionales Essen ist häufig nur ein Teil des Problems. Daraus können sich Diagnosen wie Adipositas ergeben. Dagegen gibt es viele erfolgversprechende Therapien. Oviva bietet einen hybriden Ansatz – eine personalisierte Beratung unterstützt durch die Oviva App. Diese hilft Ihnen, Ihre Mahlzeiten zu planen und zu tracken, Bewegung in den Alltag zu integrieren, und Ihr Ernährungswissen dank zahlreicher Lerninhalte aufzubauen. Zudem sehen Sie Ihre persönlichen Fortschritte – eine wichtige Motivation beim Abnehmen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten* dafür, wenn eine Diagnose vorliegt.

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Adrianne B.

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Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

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