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Wie kann man mit einer Schilddrüsenunterfunktion abnehmen?

Veröffentlicht von Oviva · November 27, 2022

Bei Schilddrüsenunterfunktion ist die Produktion der Schilddrüsenhormone herabgesetzt. Die Erkrankung führt zu Gewichtszunahme und erschwert das Abnehmen. Lesen Sie hier, wie es trotzdem klappen kann!

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Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Schilddrüsenunterfunktion läuft der Stoffwechsel auf Sparflamme, meist erhöht sich das Gewicht.
  • Diäten sind kontraproduktiv, weil sie den Stoffwechsel weiter verlangsamen.
  • Kohlenhydratarme Ernährung und körperliche Aktivität kurbeln den Stoffwechsel an.
  • Oviva berät und begleitet Sie beim Abnehmen mit Schilddrüsenunterfunktion

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion – medizinisch Hypothyreose – ist eine Schilddrüsenfehlfunktion, bei der die Hormonproduktion durch das Organ herabgesetzt wird. Schilddrüsenhormone stimulieren und regulieren viele Stoffwechselvorgänge im Körper. Der Hormonmangel bei Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt den Stoffwechsel. Hier liegt die Ursache für typische Symptome wie Müdigkeit, Frieren und körperliche Schwäche – und für die bei Schilddrüsenunterfunktion typische Gewichtszunahme.

Schilddrüsenhormone auf einen Blick

Die Schilddrüse bildet die Hormone Tetrajodthyronin (auch L-Thyroxin oder T4 genannt) und Trijodthyronin (T3). Schilddrüsenhormone beeinflussen fast jede Zelle des Körpers und haben in diversen Geweben viele unterschiedliche Regelfunktionen. In der Tabelle sind einige der wichtigsten Effekte der Schilddrüsenhormone zusammengefasst. 

Schilddrüsenhormone steigernSchilddrüsenhormone senken
Grundumsatz des KörpersCholesterinspiegel
WärmeproduktionBlutfette
Herzfunktion und BlutdruckInsulinausschüttung
MuskelfunktionGlukosespeicherung in der Leber
Erregbarkeit der Nervenzellen
Knochenwachstum
Kohlenhydrat-, Eiweiß- und

Fettstoffwechsel

Im Zusammenhang mit der Schilddrüse ist meist noch von einem weiteren Hormon die Rede: TSH, das schilddrüsenstimulierende Hormon, wird von der Hirnanhangsdrüse gebildet und regt die Hormonproduktion in der Schilddrüse an.

Wie kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion?

– Die häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion ist eine Autoimmunerkrankung, die sogenannte Hashimoto-Thyreoiditis, bei der das Immunsystem die Schilddrüse angreift und funktionsunfähig macht. 

– Da zur Produktion der Schilddrüsenhormone Jod benötigt wird, kann auch Jodmangel Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion verursachen.

– Eine sekundäre Hypothyreose entsteht, wenn die Hirnanhangsdrüse nicht genügend schilddrüsenstimulierendes Hormon (TSH) freisetzt.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion

Zu den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion gehören

  • Kälteempfindlichkeit
  • Müdigkeit und Antriebsarmut
  • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
  • Verlangsamter Puls und niedriger Blutdruck
  • Wassereinlagerungen im Körper
  • Gewichtszunahme
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Verstopfung
  • Menstruationsstörungen
  • Libido- und Potenzstörungen

Kann man mit einer Schilddrüsenunterfunktion abnehmen?

Ja, Abnehmen mit Schilddrüsenunterfunktion ist möglich, allerdings eine Herausforderung. Eine Schilddrüsenunterfunktion verlangsamt den Stoffwechsel und verringert den Grundumsatz des Körpers – also die Energie, die im Ruhezustand umgesetzt wird, um beispielsweise Körpertemperatur, Atmung und Verdauung aufrechtzuerhalten. 

Daher ist der Kalorienbedarf bei Schilddrüsenunterfunktion stark herabgesetzt. Wird die Kalorienzufuhr nicht erheblich reduziert oder die körperliche Aktivität wesentlich gesteigert, führt eine Schilddrüsenunterfunktion zu Gewichtszunahme. Bei bestehendem Übergewicht erschwert die Schilddrüsenunterfunktion das Abnehmen.

Aber: Abnehmen mit Schilddrüsenunterfunktion ist möglich. Überprüfen Sie zunächst gemeinsam mit Ihrem ärztlichen Fachpersonal, ob eine Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion eingeleitet werden sollte.

Behandlung mit Schilddrüsenhormonen

Eine labordiagnostisch nachgewiesene Schilddrüsenunterfunktion kann und sollte durch Gabe von synthetischem L-Thyroxin behandelt werden. Dadurch wird der Stoffwechsel wieder angekurbelt und die belastenden Symptome verschwinden in der Regel. Aber auch wenn sich der Grundumsatz des Körpers wieder erhöht – Übergewicht wird durch die Behandlung leider meist nicht automatisch abgebaut. Trotzdem sind die Voraussetzungen zum Abnehmen nun deutlich verbessert.

Bei einer sogenannten latenten (versteckten) Schilddrüsenunterfunktion, bei der ein leicht erhöhter Spiegel des schilddrüsenstimulierenden Hormons (TSH) noch normale T3- und T4-Spiegel aufrechterhalten kann, empfiehlt ärztliches Fachpersonal nicht automatisch eine Behandlung. Auf Wunsch der Patient*innen kann jedoch auch in diesen Fällen niedrig dosiertes L-Thyroxin verschrieben werden.

Schilddrüsenunterfunktion und Ernährung

Bei körperlich wenig aktiven Menschen kann der Grundumsatz zwei Drittel des täglichen Energiebedarfs ausmachen. Eine Schilddrüsenunterfunktion senkt den Grundumsatz um bis zu 30 Prozent. Sie haben bei Schilddrüsenunterfunktion also einen erheblich verringerten Kalorienbedarf – und jede Diät senkt den Grundumsatz weiter. So wenig zu essen, dass Sie wirklich ins Energieminus kommen, ist bei Schilddrüsenunterfunktion daher doppelt schwer. 

Ein wesentlicher Weg, um bei Schilddrüsenunterfunktion abzunehmen, ist es, den Stoffwechsel anzukurbeln. Das gelingt unter anderem mit einer entsprechend angepassten Ernährung – und mit mehr körperlicher Aktivität.

Körperliche Aktivität

Treppe statt Fahrstuhl oder Rolltreppe nehmen, kleine Wege zu Fuß oder per Rad statt mit Auto oder Bus bewältigen: Regelmäßige Bewegung setzt zusätzliche Kalorien um und erhöht den Grundumsatz des Körpers. Muskeln benötigen auch in Ruhe Energie, ein erhöhter Puls kostet ebenfalls Energie. Wenn Sie Muskulatur aufbauen und Ihren Kreislauf stärken, steigern Sie Ihren Grundumsatz. Noch besser ist ein regelmäßiges, an Ihre momentane Fitness angepasstes Sportprogramm: Fragen Sie am besten Ihren Hausarzt oder Ihre Hausärztin, welche Sportarten empfehlenswert sind. Suchen Sie sich einen Sport aus, der Ihnen Spaß macht – so bleiben Sie besser dabei.

Auch Wärme, Kälte oder am besten beides im Wechsel bringen den Stoffwechsel in Schwung. Deshalb sind zum Beispiel Saunabesuche für Hypothyreose-Patient*innen grundsätzlich empfehlenswert. Fragen Sie Ihr ärztliches Fachpersonal, ob bei Ihnen etwas dagegen spricht – wenn nicht und wenn Sie sich in der Sauna wohlfühlen, sollten Sie dort am besten regelmäßig ins Schwitzen kommen.

Gewohnheiten nachhaltig umstellen – eine Ernährungsberatung hilft dabei

In Sachen Ernährung und Aktivität neue Wege gehen – das ist oft nicht      einfach. Und kann bei einem durch Schilddrüsenunterfunktion beeinträchtigtem Allgemeinbefinden besonders herausfordernd sein. Eine wertvolle Hilfe beim Abnehmen ist in diesem Fall eine Ernährungsberatung: Die Oviva Ernährungsfachkräfte können Fragen zur Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion beantworten und nicht zuletzt auch entscheidende Motivationsimpulse geben. Unser App-begleitetes Programm kann in Ihren Alltag integriert werden und hilft Ihnen dabei, immer wieder die richtigen Entscheidungen zu treffen – zum Beispiel bei der Auswahl der Lebensmittel. Auch wenn es Rückschritte gibt und beispielsweise trotz niedrigem TSH-Wert eine Gewichtszunahme eintritt, sind unsere Ernährungsfachkräfte für Sie da.

Abnehmen ohne Diät: In vielen Fällen zahlt die Krankenkasse die Ernährungsberatung durch anerkannte Anbieter. Oviva gehört dazu. Mit einem ärztlichen Rezept ist die Oviva Ernährungsberatung daher für Sie in der Regel kostenfrei.    

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Was kann ich essen, um mit Schilddrüsenunterfunktion abzunehmen?

Bei Schilddrüsenunterfunktion ist Ernährung besonders wichtig: Was Sie essen oder nicht essen, kann Ihre Schilddrüse beeinflussen und Ihren Stoffwechsel positiv oder negativ verändern. Da bei Schilddrüsenunterfunktion der Insulinspiegel meist erhöht ist, sollten Sie zum Beispiel auf eine Ernährung achten, die die Insulinausschüttung möglichst nicht noch weiter stimuliert: Verzichten Sie also möglichst auf leicht verdauliche Kohlenhydrate. Die Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion können überdies durch eine vitamin- und vitalstoffreiche Ernährung gelindert werden. Mehr zum Thema lesen Sie auf unserer Unterseite zur Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion.

Freundliche Ernährungsberaterin in einem Patientengespräch

Geprüft durch:

Veronika Albers

Veronika Albers ist Diplom-Ökotrophologin und arbeitet als zertifizierte Ernährungsberaterin (VFED) bei Oviva. Sie glaubt an das hybride Ernährungsberatungsmodell – persönliche Beratung mit technischer Unterstützung der Oviva App.

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