Zahlt die Krankenkasse die Abnehmspritze? Regeln und Ausnahmen

Eine Ausschnitt auf dem eine Person sich eine Abnehmspritze in den Bauch injeziert.

Du hast schon viel von der Abnehmspritze gehört: Dass sie eine Chance auf einen Neuanfang sein kann. Ein rettender Anker, der Food Noise endlich zum Schweigen bringt. Aber auch, dass sie sehr teuer ist. Dass du sie wahrscheinlich lebenslang brauchst. Und dass die Krankenkassen in den meisten Fällen nicht dafür zahlen. Und jetzt fragst du dich: Wie sind da die Regeln?

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Wann bezahlt die Krankenkasse Abnehmspritzen, und was sind die Regeln?

In der Regel übernimmt die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) die Kosten für die Abnehmspritze NICHT, wenn sie zur reinen Gewichtsreduktion verordnet wird. Dahinter steht § 34 des fünften Sozialgesetzbuches (SGB 5): Eine Regelung, die unter anderem besagt, dass Arzneimittel, „bei deren Anwendung eine Erhöhung der Lebensqualität im Vordergrund steht,“ von der Kostenübernahme durch die Krankenkassen ausgeschlossen sind. Dazu gehören laut Gesetzestext neben Rauchentwöhnungs-, Potenz- und Haarwuchsmitteln eben auch Arzneimittel „zur Abmagerung oder zur Zügelung des Appetits.“

Die Krankenkassen haben sich 2024 entschieden, die Abnehmspritze entsprechend §34 SGB 5 zu behandeln: als nicht erstattungsfähiges „Lifestyle-Medikament“. Und zwar unabhängig davon, ob es nur um ein paar Extrapfunde geht – oder um eine schwere Adipositas. Diese Entscheidung ist umstritten – schließlich ist Adipositas mittlerweile als Krankheit weitgehend anerkannt. Aber die Kassen sind bislang nicht von ihr abgerückt. Das bedeutet: Wenn du „nur“ unter Adipositas leidest, wird deine Krankenkasse die Kosten für die Abnehmspritze nicht übernehmen.

Möglich ist die Kostenübernahme dagegen, wenn dir der Wirkstoff zur Behandlung eines Typ-2-Diabetes verordnet wird.

Welche Medikamente sind zur Gewichtsreduktion zugelassen, aber von der GKV ausgeschlossen?

Abnehmspritze – das ist der umgangssprachliche Name für sogenannte GLP-1-Rezeptoragonisten, die zur Behandlung von Adipositas eingesetzt werden und entweder täglich oder wöchentlich injiziert werden müssen. Der Name fasst verschiedene Wirkstoffe zusammen:

Alle Präparate sind europaweit für den Einsatz bei Adipositas zugelassen – das heißt, sie haben ihre Wirksamkeit in großen medizinischen Zulassungsstudien unter Beweis gestellt. Dein Arzt kann sie dir verordnen, und du kannst sie dir mit dem Rezept in einer Apotheke holen. Nur: Das heißt leider nicht, dass die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten dafür übernehmen. Du musst im Regelfall also selbst zahlen.

Welche strengen Ausnahmen führen zur Kostenübernahme?

Ausnahme 1: Einsatz als Zweitmedikation bei Diabetes Typ 2

Alle GLP-1-Rezeptoragonisten sind auch zur Blutzuckerkontrolle bei Diabetes Typ 2 geeignet und zugelassen – tatsächlich wurden sie ursprünglich für diesen Zweck entwickelt. Die Gewichtsabnahme erwies sich als höchst willkommener Nebeneffekt, der Ozempic, dem Diabetes-Äquivalent von Wegovy, zu seiner enormen Popularität verhalf. 

GLP-1-Rezeptoragonisten für Diabetes sind genau die gleichen Wirkstoffe, haben aber teils andere Handelsnamen:

  • Liraglutid: Handelsnamen Victoza sowie Diavic als erstes Generikum
  • Semaglutid: Handelsname Ozempic
  • Tirzepatid: Handelsname Mounjaro (hier gibt es keine formale Trennung zwischen den Diabetes- und Adipositas-Präparaten mehr)

Wenn du an Typ-2-Diabetes leidest, kann dein Arzt dir deshalb die Abnehmspritze als Diabetes-Medikament verordnen. In diesem Fall können die Kassen die Kosten übernehmen. Das betrifft nicht wenige Menschen mit Adipositas: Diabetes ist eine häufige Folgeerkrankung.

Allerdings: Auch bei Diabetes zahlen die Kassen nicht für jede Verordnung. GLP-1-Rezeptoragonisten sollen erst verordnet werden, wenn andere Behandlungsansätze (Ernährungsumstellung, Metformin-Therapie) ernsthaft versucht wurden und die ausreichende Blutzuckerkontrolle nicht sicherstellen konnten. In solchen Fällen zahlt dann die Kasse.

Ausnahme 2: Der Härtefallantrag

Stuft das behandelnde medizinische Fachpersonal eine Adipositas bzw. ihre Folgeerkrankungen als lebensbedrohlich ein und sind alle anderen Therapieversuche gescheitert, kann für die Abnehmspritze unter Umständen ein Härtefallantrag auf Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse gestellt werden. 

Das ist eine Menge Papierkram und die Hürden für eine Akzeptanz durch die Kassen sind sehr hoch: Die bisherige Behandlungsgeschichte muss gut dokumentiert werden und die medizinische Notwendigkeit sowie die Erwartungen an die Behandlung müssen vom behandelnden Ärzteteam sehr überzeugend begründet werden.

Der Antrag auf Off-Label-Use

Off-Label-Use bedeutet, dass ein zugelassenes Medikament außerhalb seiner Zulassung eingesetzt wird (also zur Behandlung einer oft ganz anderen Erkrankung). Bevor GLP-1-Rezeptoragonisten überhaupt als Adipositas-Medikamente zugelassen wurden, verordneten viele Ärzte Ozempic im Off-Label-Use bereits als Abnehmspritze. 

Bei Verordnungen im Off-Label-Use schauen die Krankenkassen noch einmal besonders genau hin, ob die Kosten übernommen werden können.

Eine junge Frau steht in einem weißen Kleid auf einer Terasse und schaut zur Seite in die Ferne.

Zahlen private Krankenversicherungen die Abnehmspritze?

Im Gegensatz zu den gesetzlichen schließen die privaten Krankenversicherungen eine Kostenübernahme für die Abnehmspritze zu Abnehmzwecken nicht grundsätzlich aus. Liegt ein medizinischer Grund für die Verordnung vor, können die Kosten oft übernommen werden. Das Vorliegen einer Adipositas wird im Allgemeinen als ausreichender medizinischer Grund akzeptiert.

Abhängig ist das aber auch vom Kleingedruckten im persönlichen Tarif: Werden hier zum Beispiel gewichtsregulierende Maßnahmen ausgeschlossen, klappt es mit der Kostenübernahme auch bei den Privaten nicht.

Was sind die Kosten der Abnehmspritze ohne Erstattung?

Wenn du selbst für die Abnehmspritze zahlst, musst du mit folgenden monatlichen Kosten rechnen:

  • Nevolat (Liraglutid-Generikum), tägliche Injektion 3 mg: ca. 360 Euro
  • Saxenda (Liraglutid), tägliche Injektion 3 mg: ca. 460 Euro
  • Wegovy (Semaglutid), wöchentliche Injektion 2,4 mg: ca. 276 Euro
  • Mounjaro (Tirzepatid), wöchentliche Injektion 5 – 15 mg: ca. 276 – 489 Euro

Die genannten Kosten beziehen sich auf die jeweils übliche sogenannte Erhaltungsdosis der Behandlung, die nach einer anfänglichen Phase mit langsam steigender Dosierung erreicht wird. In der Anfangsphase der Behandlung sind die Kosten entsprechend etwas niedriger. 

Kleinere Ersparnisse lassen sich mit Abo-Modellen oder dem Kauf größerer Packungen erzielen.

Die nachhaltige Alternative: Was die Krankenkasse zur Gewichtsreduktion wirklich bezahlt

Auch wenn die medikamentöse Behandlung von Übergewicht, zum Beispiel durch die Abnehmspritze, nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen gehört – wenn du an Adipositas leidest, lässt dich deine Kasse nicht ganz allein. 

Zur leitliniengerechten Adipositastherapie gehört zunächst einmal eine Kombination aus Ernährungs-, Bewegungs- und Verhaltenstherapie. Hier übernimmt die Kasse die Kosten für bestimmte Angebote. Dazu gehören neben Beratungs- und Kursangeboten insbesondere sogenannte digitale Gesundheitsanwendungen (DiGAs): Smartphone-Apps, die dir helfen, deine Gewohnheiten zu ändern und dein Gewicht nachhaltig zu reduzieren.

Allerdings: Nicht jede Abnehm-App wird von den Kassen bezahlt, sondern nur Produkte, die ihre Wirksamkeit nachgewiesen haben. Wie Oviva: Ein digitales Programm zur Ernährungsumstellung, das du dir bei Adipositas ärztlich verordnen lassen kannst – deine Krankenkasse übernimmt dann die Kosten komplett. Lasse dir von Helen, Ernährungsberaterin bei Oviva, erklären, wie das Programm dich unterstützen kann.

Ernährungsfachkraft erklärt Oviva App

Mit diesen und anderen nützlichen Features begleitet dich Oviva durch deinen Alltag: 

  • Digitales Foto-Ernährungstagebuch
  • Klares Feedback zu deiner Ernährung
  • Tracking-Funktionen für dein Gewicht und deine Gesundheitsdaten
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Kurz: Die Oviva App ist dein Hosentaschen-Coach für nachhaltiges Abnehmen ganz ohne Kalorienzählen und Diäten. Du kannst dir Oviva jeweils für 3 Monate verordnen lassen, und das bis zu viermal im Jahr.#

Und übrigens: Auch wenn du dich für die Abnehmspritze entscheidest, kannst du das Oviva-Angebot annehmen, um so das Maximum aus der Behandlung herauszuholen.

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Charleen

Geprüft durch:

Charleen Wacker

Charleen Wacker ist staatlich geprüfte Ökotrophologin und zertifizierte Ernährungsberaterin der DGE. Als Teil des Ernährungsteams bei Oviva unterstützt sie dich dabei, deine Essgewohnheiten Schritt für Schritt gesund umzustellen und nachhaltig abzunehmen.

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