Mit dem Magenbypass abnehmen – ist die OP für mich geeignet?

Diäten, Medikamente, Sport – alles hat nichts gebracht? Dann ist ein Magenbypass eine Chance, bei Adipositas endlich rasch und nachhaltig Gewicht zu verlieren.

Bevor Sie sich für den aufwändigen Eingriff entscheiden, sollten Sie sich gut über seine Folgen und Risiken informieren. Wir haben die wichtigsten Informationen für Sie zusammengestellt.

Jetzt Kostenübernahme prüfen

 

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Magenbypass verändert Ihren Magen-Darm-Trakt umfassend und für immer. Sie können nur noch sehr kleine Portionen essen. 
  • Den meisten stark übergewichtigen  Menschen gelingt es so, grosse Teile Ihres Gewichts abzubauen.
  • Zur Therapie gehört auch eine begleitende Ernährungsberatung – Oviva hat das passende Angebot für Sie.

Vor- und Nachteile im Überblick

Bevor wir tiefer ins Detail gehen, hier die wichtigsten Vor- und Nachteile der Operation auf einen Blick:

  • Vorteile: Rascher, starker Gewichtsverlust, hohe Chance auf Verbesserung von Begleiterkrankungen wie Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck. Bessere Sättigung und weniger Hunger.
  • Nachteile: Es handelt sich um einen operativen, lebensverändernden Eingriff. Sie sind Ihr Leben lang auf die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln angewiesen und müssen Ihre Ernährungsgewohnheiten strikt und dauerhaft ändern.

Was ist ein Magenbypass?

Der Magenbypass ist die Nummer Zwei der in der Adipositaschirurgie am häufigsten angewendeten medizinischen Eingriffe (auf Platz Eins steht der Schlauchmagen). Beim Magenbypass wird ein grosser Teil des Magens und des Dünndarms stillgelegt: Der Nahrungsbrei wird sozusagen über eine künstlich geschaffene Abkürzung direkt in den unteren Teil des Dünndarms geleitet. Das führt zu folgenden Veränderungen:

  • Der Mini-Magen, genannt Pouch, erlaubt nur noch ganz kleine Portionen.
  • Durch die Dünndarmwand werden weniger Nährstoffe aufgenommen. Umfassende Veränderungen der Darmhormone beeinflussen Ihren Stoffwechsel positiv: Ihr Blutzucker normalisiert sich, Fettreserven werden besser abgebaut, Sie haben weniger Hunger und weniger psychisches Verlangen nach Essen.
  • Die Operation verändert den Stoffwechsel und die Hormone, welche den Gewichtsverlust fördern. Das Sättigungsgefühl tritt früher ein und möglicherweise kann dadurch der Schweregrad von Diabetes reduziert werden.

Nach einer Magenbypass-OP nehmen Sie in der Regel rasch ab: Innerhalb des ersten Jahres können Patient*innen rund 70 Prozent ihres überschüssigen Körpergewichts verlieren. Mit den Pfunden verschwinden auch typische Begleiterkrankungen von starkem Übergewicht wie Schlafapnoe und Bluthochdruck; Diabetes geht häufig in Remission.

Was passiert mit dem Restmagen?

Oft wird gefragt, ob der abgetrennte Teil des Magens aus dem Körper entfernt wird. Die Antwort lautet: Nein. Der restliche, funktionsfähige Magen verbleibt im Körper. Er produziert weiterhin essenzielle Verdauungssäfte, die weiter unten im Dünndarm dem Nahrungsbrei wieder zugeführt werden, um die Verdauung zu unterstützen. Die Nahrung selbst fliesst jedoch nicht mehr durch ihn hindurch.

Welche Risiken und Spätfolgen hat ein Magenbypass?

Ein Magenbypass geht natürlich nicht ganz ohne Nebenwirkungen, zum Beispiel:

  • Dumping-Syndrom: Hier wird unterschieden zwischen einem Frühdumping (Sturzentleerung des Mageninhalts) und Spätdumping (starke Blutzuckerschwankungen).
  • Fettstühle: Ölige, unangenehm riechende Stühle nach fettigem Essen.
  • Mangelerscheinungen: Durch unzureichende Absorption von Vitaminen und Mineralstoffen (Eisen, Calcium, Vitamin B12, Folsäure).
  • Muskelabbau: Wegen mangelnder Proteinzufuhr.
  • Übelkeit, Erbrechen und Verstopfung

Während der OP kann es durch Narkose oder technische Probleme Komplikationen geben, die in 0,3 Prozent der Fälle tödlich enden. Später besteht ein kleines Risiko, dass die Nähte der neu geschaffenen Verbindungen im Magen-Darm-Trakt undicht werden, Blutungen auftreten oder es durch Narbengewebe zu einer Blockade der Nahrungspassage kommt. In der Regel wird dann eine erneute Operation notwendig.

Der Ablauf einer Magenbypass-OP

Wie bereitet man sich auf eine Magenbypass-OP vor?

Am besten beginnen Sie schon einige Monate vor der geplanten OP damit, Ihre Ernährung und Ihre Lebensgewohnheiten so umzustellen, dass Sie für die Zeit nach der OP gut gerüstet sind: Ernähren Sie sich eiweissreich, fett- und kohlenhydratarm, lernen Sie in kleinen Mengen über den Tag verteilt, ausreichend kohlensäurearme Flüssigkeiten zu sich zu nehmen, bewegen Sie sich täglich und treiben Sie möglichst auch schon etwas Sport. Ein guter Tipp ist Wassergymnastik – die Bewegung im Wasser baut Muskulatur auf und verbessert die Ausdauer, ohne die Gelenke zu belasten. Bitte hören Sie unbedingt auch mit dem Rauchen auf: Nikotinverzicht reduziert Ihr Operationsrisiko erheblich.

Wie läuft eine Magenbypass-OP ab?

Für die Magenbypass-OP werden Sie stationär im Krankenhaus aufgenommen. Der Eingriff findet in Vollnarkose statt und dauert meist zwischen 60 und 90 Minuten. Standard ist heute die schonende Durchführung als sogenannter Schlüsselloch-Eingriff, bei dem nur kleine, unauffällige Narben entstehen. Es werden mehrere kurze Schnitte gesetzt, durch die ein Schlauch mit Kamera und Lichtquelle sowie die benötigten Instrumente eingeführt werden; das Operationsgeschehen verfolgt das OP-Team dann auf einem Monitor. 

Zunächst legt der Chirurg mit einer Klammernaht den grösseren Teil des Magens still. Dann wird der Dünndarm durchtrennt. Das untere freie Ende wird hochgezogen und mit dem kleinen Restmagen verbunden. Das obere freie Ende wird etwa einen Meter unterhalb dieser Stelle wieder mit dem Darm vereinigt. 

Wie geht es nach der OP weiter?

Der typische Krankenhausaufenthalt nach der Magenbypass-OP dauert 3 bis 7 Tage. In den ersten Tagen bekommen Sie nur flüssige Nahrung. Bis zur Entlassung wird Ihr Verdauungssystem behutsam an pürierte Kost gewöhnt.

Zur Nachsorge nach einem adipositas-chirurgischen Eingriff gehören Blutuntersuchungen und Kontrolltermine beim Arzt (nach 3, 6, 12, 18 und 24 Monaten, später jährlich) – hier ist Ihr körperliches Befinden ebenso Thema wie Ihr psychisches Wohlergehen. Das Umsetzen der Ernährungsempfehlungen nach einem Magenbypass erleichtern regelmässige Ernährungsberatungen (idealerweise im Abstand von 3 bis 6 Monaten). Weiterhin sollten Sie möglichst regelmässig Sport treiben – damit können Sie 6 Wochen nach der OP beginnen. Auch die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe, in der Sie sich mit anderen Betroffenen austauschen können, kann sehr sinnvoll sein.

Wie lange dauert die Genesung nach einem Magenbypass?

Normalerweise können Sie damit rechnen, etwa 3 bis 6 Wochen nach der Magenbypass-OP wieder arbeitsfähig zu sein. Vollkommen wiederhergestellt sind Sie dann allerdings noch nicht. Auch wenn die Operationswunden weitgehend verheilt sind – Ihr Körper macht in den Monaten nach dem Eingriff tiefgreifende Veränderungen durch, die Ihre körperliche und mentale Leistungsfähigkeit beeinflussen können. Es ist also normal, wenn Sie sich auch mehrere Monate nach der OP noch etwas unwohl fühlen.

Für wen ist ein Magenbypass geeignet?

Die Entscheidung beinhaltet immer das Abwägen von Risiken, Kosten und Erfolgsaussichten.

Voraussetzungen der Krankenkasse für die OP

In der Regel wird der Magenbypass für Erwachsene empfohlen, die einen sehr hohen Body-Mass-Index (BMI) haben und bei denen klassische Abnehmversuche bereits erfolglos waren. Bevor eine Krankenkasse die hohen Operationskosten übernimmt, müssen meist bestimmte Hürden genommen werden – oft im Rahmen des sogenannten Multimodalen Konzepts (MMK). Dazu zählen unter anderem:

  • Ein BMI über 40 oder ein BMI über 35 mit bereits vorliegenden Begleiterkrankungen (wie Typ-2-Diabetes oder ausgeprägter Bluthochdruck).
  • Nachweise über vergebliche Abnehmversuche (z.B. durch Ernährungs- und Bewegungsprogramme).
  • Eine psychologische Beurteilung, um unbehandelte psychische Stressfaktoren als OP-Risiko auszuschliessen.

Wann ist eine Magenbypass-OP nicht geeignet?

Wenn Sie in sehr schlechtem körperlichem Zustand sind, also beispielsweise an einer schweren Herzerkrankung leiden, kann das Operationsrisiko für Sie zu gross sein. Um den dringend nötigen Gewichtsverlust einzuleiten, wird dann eventuell zunächst eine weniger invasive Methode wie etwa ein Magenballon gewählt. Auch bestimmte chronische Erkrankungen, die sich infolge der raschen Gewichtsabnahme nach dem Magenbypass verschlechtern würden, sind ein Ausschlusskriterium. Dazu gehören zum Beispiel Krebserkrankungen und manche Stoffwechsel- oder Hormonstörungen.

Andererseits kann es auch sein, dass Sie zwar körperlich fit genug sind, Ihre behandelnden Ärzte und Ärztinnen aber nicht überzeugt sind, dass Sie die vor und nach der OP notwendigen Ernährungsumstellungen schaffen und/oder den psychischen Belastungen in der Phase nach der OP gewachsen sind. Das ist bei Personen mit Bulimie (Ess-Brechsucht), Drogenproblemen und unbehandelten psychischen Störungen wie etwa einer ausgeprägten Depression der Fall. In diesem Fall sollten Sie sich zunächst psychologische Unterstützung holen – gibt Ihr Psychologe später das OK, kann der Magenbypass erneut in Betracht gezogen werden.

Wie schnell nimmt man nach einem Magenbypass ab?

Nach dem Eingriff purzeln die Kilos oft in rasantem Tempo. In den ersten 6 bis 12 Monaten verlieren Sie das meiste Gewicht, da Ihr Körper sich erst an die extrem reduzierten Portionen anpassen muss. Das motiviert natürlich gewaltig. Wichtig ist jedoch, von Anfang an ausgewogene Essgewohnheiten aufzubauen, um das verlorene Gewicht auch in den darauffolgenden Jahren erfolgreich zu halten.

Nach meiner Magenbypass-OP hatte ich über die Jahre wieder 10 Kilo zugenommen und suchte nach Kontrolle über mein Essverhalten. Mit Oviva fand ich genau das. Ich habe nun fast 9 Kilo verloren und esse bewusster, fühle mich fitter und sogar meine Rückenschmerzen sind besser geworden. Meine Umgebung bemerkt meinen gesünderen Lebensstil. Für mich war Oviva mehr als nur eine App – es war eine lebensverändernde Erfahrung!

Silke S.

gesunde ernährung

Wie sieht die Ernährung nach einem Magenbypass aus?

Der Kostaufbau erfolgt schrittweise, um den frisch verkleinerten Magen zu schonen:

  1. Flüssigphase: In den ersten Tagen gibt es nur klare Flüssigkeiten.
  2. Breiphase: mit der gemixten Kost wird meist nach 2 – 3 Tagen nach der Operation begonnen.
  3. Feste Kost: Erst nach einigen Wochen tasten Sie sich langsam zurück an feste, leicht verträgliche Mahlzeiten.

Absolute Verbote gibt es nicht, aber Fett und Zucker sollten möglichst reduziert werden, da sie das Dumping-Syndrom oder Fettstühle auslösen können.

Hierbei orientieren Sie sich am besten langfristig am Tellermodell und achten besonders darauf, reichlich Protein (Eiweiss) auf Ihren Speiseplan zu setzen, um den Muskelabbau zu verhindern. Nicht zu vergessen: Die Auswahl der richtigen Getränke, das richtige Trinkverhalten nach der OP und die regelmässige Einnahme von Supplementen. So muss Vitamin B12 nach der OP per Injektion unter die Haut dem Körper hinzugefügt werden, weil es über den Magen-Darmtrakt aus der Nahrung nicht mehr resorbiert werden kann.

Welche Rolle spielt ein Abnehmprogramm als Vorbereitung oder Alternative?

Wenn Sie nach einem nachhaltigen Weg suchen, abzunehmen, und bisher von den Risiken einer OP abgeschreckt waren, könnte das digitale Abnehmprogramm von Oviva der passende nächste Schritt für Sie sein. Die Oviva App begleitet Sie zusammen mit unseren qualifizierten Ernährungsfachkräften Schritt für Schritt auf Ihrer Reise – ganz ohne Stress, strenge Verbote oder Kalorienzählen.

Eine Studie der Technischen Universität München konnte zeigen, dass Teilnehmende unseres Programms durchschnittlich 26,7 % ihres Gewichts in den ersten 6 Monaten verlieren konnten. Sie erfassen Ihre Mahlzeiten spielend leicht per Foto-Ess-Tagebuch in der App und lernst instinktiv, gesündere Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten in Ihren Alltag einzubauen.

Sie können sich Oviva verordnen lassen – bei Adipositas übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten abzüglich Franchise und Selbstbehalt.

Jetzt abnehmen – kostenlos

Oviva Appscreen Foto-Ess-Tagebuch

Foto-Ess-Tagebuch verwenden

Erfassen Sie Ihre täglichen Mahlzeiten ganz einfach per Foto direkt in der App.

Oviva App Screen Zielsetzung

Ziele setzen

Sie erhalten personalisierte Vorschläge für Aufgaben, um Ihrem Ziel näher zu kommen.

Oviva App Screen Fortschritt

Fortschritt verfolgen

Behalten Sie Ihre Fortschritte im Blick. Jeder Schritt bringt Sie näher ans Ziel und stärkt die Motivation.

Oviva App Screen Lerninhalte

Wissen erweitern

Mit Lerninhalten rund um Ernährung, Bewegung und Motivation werden Sie selbst zum Experten.

Oviva App Screen Chat

Chat-Feedback erhalten

Bei Fragen ermöglicht die App jederzeit den Austausch mit Ihrer Ernährungsfachperson.

Häufig gestellte Fragen

Ernährungsberaterin bei Oviva Schweiz

Geprüft durch:

Pia Lynn Gobetti

Seit 2020 unterstützt Pia als qualifizierte Ernährungsberaterin das Team von Oviva. Mit ihrem fundierten Fachwissen und ihrer einfühlsamen Art begleitet sie Patient*innen auf ihrem Weg zu einer gesünderen Lebensweise. Pia verfügt über einen Bachelor in Ernährung & Diätetik und bringt ihre Expertise gezielt in die tägliche Beratungspraxis ein.

Oviva Ernährungsberatung

  • Online-Beratung durch Ernährungsfachperson
  • App als praktische Alltagsbegleitung
  • Kostenübernahme durch Grundversicherung

Kostenübernahme prüfen

  • Google Playstore Reviews