Wie wird Schlafapnoe effektiv behandelt?
Das Schlafapnoe-Syndrom bringt ausgeprägte Tagesmüdigkeit und eine Reihe von Gesundheitsrisiken mit sich. Weil auch Übergewicht zu den Risikofaktoren gehört, ist eine Gewichtsreduktion eine wichtige Strategie gegen Schlafapnoe. Eine Gewichtsreduktion kann Ihnen helfen, die Symptome zu lindern. Unsere Ernährungsfachpersonen begleiten Sie gerne bei einer Ernährungsumstellung. In vielen Fällen werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Zu den Begleiterscheinungen von Adipositas gehören oft auch nächtliche Atemaussetzer.
- Behandlungsoptionen bei Schlafapnoe umfassen in erster Linie Hilfsmittel wie Atemmasken oder Zahnschienen.
- Eine Gewichtsreduktion kann sehr hilfreich sein – Oviva unterstützt Sie dabei!
Was ist Schlafapnoe?
Schlafapnoe ist eine im Schlaf auftretende Atmungsstörung, bei der es immer wieder zu längeren Atemaussetzern kommt. Die Betroffenen wachen meist nicht auf, haben jedoch eine sehr schlechte Schlafqualität.
Welche Folgen hat Schlafapnoe?
Der durch Schlafapnoe bedingte Mangel an erholsamem Schlaf führt tagsüber zu Müdigkeit und Leistungsschwäche, kann die Bewältigung des Alltags erheblich erschweren und die Gesundheit beeinträchtigen. Chronische Erkrankungen wie Bluthochdruck, Herzinsuffizienz oder Diabetes können durch Schlafapnoe begünstigt werden.
Wie entsteht Schlafapnoe?
Oftmals entsteht Schlafapnoe, wenn die oberen Atemwege im Schlaf zusammenfallen, weil beim Einatmen ein starker Unterdruck entsteht. Diese besonders häufige Form der Erkrankung wird obstruktive Schlafapnoe genannt. Bei der selteneren zentralen Schlafapnoe ist die Steuerung der Atemmuskulatur durch das Gehirn gestört.
Welche Risikofaktoren begünstigen die Entwicklung einer Schlafapnoe?
Bestimmte anatomische Besonderheiten erhöhen das Risiko einer obstruktiven Schlafapnoe. Dazu gehören:
- vergrösserte Rachenmandeln
- ein zurückgesetzter Unterkiefer
- eine besonders grosse Zunge – hier können auch Fetteinlagerungen (Zungenfett) bei Übergewicht eine Rolle spielen
Aber auch Alkohol und Nikotin können eine obstruktive Schlafapnoe fördern. Oft gehört Schlafapnoe zu den Begleiterscheinungen einer Adipositas. Hier lesen Sie alles über Adipositas Symptome.
Typische Symptome bei einer Schlafapnoe
Typische Schlafapnoe Symptome sind:
- Starkes Schnarchen
- 10 Sekunden oder länger andauernde Atemstillstände (Apnoen), während derer das Schnarchen stoppt, um danach wieder einzusetzen
Da die Betroffenen in der Regel nicht aufwachen, werden diese Vorgänge durch sie nicht wahrgenommen. Partner bemerken das ungewöhnliche Schnarchen dagegen in der Regel, wissen jedoch oft nicht, dass es sich um ein behandlungsbedürftiges Problem handelt.
Der durch die Apnoen ausgelöste Sauerstoffmangel bewirkt eine Stressreaktion des Körpers, die die Schlafqualität stark beeinträchtigt. Als weitere nächtliche Schlafapnoe Symptome bei Frauen und Männern können hinzukommen:
- Verstärkter Harndrang
- heftiges Schwitzen
- kurzzeitiges Aufschrecken aus dem Schlaf mit Atemnot
Die Betroffenen wachen morgens unausgeruht und zerschlagen, mit schmerzendem Kopf und trockenem Mund auf, sind tagsüber permanent müde, unkonzentriert und verstimmt und neigen dazu, ungewollt einzuschlafen.
Auf die Dauer kann das Schlafapnoe Syndrom zu Persönlichkeitsveränderungen, Depressionen und insgesamt starken Lebenseinschränkungen führen.
Warum ist Abnehmen mit Schlafapnoe so schwer?
Wenn Abnehmen ein Kinderspiel wäre, hätten wir alle unser Traumgewicht. Aber es stimmt: Bei Schlafapnoe ist Abnehmen noch einmal eine ganz besondere Herausforderung. Auch das hat mit der schlechten Schlafqualität zu tun.
Chronischer Schlafmangel bringt nämlich auch die Hormonbalance im Körper durcheinander. Erhöhte Spiegel des Stresshormons Cortison steigern die Lust auf “Trostessen” wie Süsses oder Fettig-Salziges, verringerte Leptin-Spiegel verringern das Sättigungsgefühl nach einer Mahlzeit, und erhöhte Spiegel des Hungerhormons Ghrelin fördern noch zusätzlich Heisshungerattacken.
Wie wird Schlafapnoe diagnostiziert?
Der Verdacht auf Schlafapnoe kann durch ein sogenanntes Schlafapnoe-Screening bestätigt werden. Dafür legen Sie zu Hause ein mobiles Schlafdiagnostikgerät an, das eine Nacht lang Atmung, Körperlage, Puls und Sauerstoffgehalt des Blutes aufzeichnet. Liefert das Gerät Hinweise auf nächtliche Atemprobleme, wird Ihr ärztliches Fachpersonal in der Regel weitere Diagnostik im Schlaflabor veranlassen.
Wann muss Schlafapnoe behandelt werden?
Eine Schlafapnoe Behandlung sollte immer eingeleitet werden, wenn stündlich mehr als 5 Atemaussetzer auftreten, die 10 Sekunden oder länger dauern.
Was hilft gegen Schlafapnoe?
Schlafapnoe wird in der Regel mit Hilfsmitteln behandelt, die die nächtlichen Atemstillstände weitgehend verhindern. Diese rein symptomatische Behandlung beseitigt die Ursachen der Schlafapnoe jedoch nicht. Werden die Atemprobleme durch anatomische Besonderheiten im Rachenraum ausgelöst, kann eine operative Korrektur dieser Fehlbildungen die Schlafapnoe heilen. Bei übergewichtigen Menschen kann sich eine Gewichtsreduktion sehr positiv auswirken.
Hier eine Zusammenfassung der Behandlungsmöglichkeiten, die wir im Folgenden detaillierter erläutern:
- Symptomatische Behandlung: Medikamente & CPAP-Therapie, Gewohnheiten umstellen, Unterkieferschiene, Zungenschrittmacher
- Kausale Behandlung: Ernährungsumstellung zur Gewichtsreduktion, Chirurgische Behandlung
Medikamente & CPAP-Therapie
Den meisten Betroffenen wird die sogenannte CPAP-Therapie empfohlen. CPAP steht für Continuous Positive Airway Pressure: Es handelt sich um eine in der Nacht getragene Atemmaske, die Luft mit leichtem Überdruck in Ihre Atemwege strömen lässt und sie dadurch offen hält. Eventuell weiterhin bestehende Tagesmüdigkeit kann mit aufmerksamkeitssteigernden Medikamenten behandelt werden.
Gewohnheiten umstellen
Bei Schlafapnoe sollten Sie besonders auf regelmässige, gute Schlafgewohnheiten achten. Dazu gehören gleichbleibende Schlafenszeiten, frische Luft im Schlafzimmer und möglichst kein Alkohol am Abend. Der Verzicht auf Nikotin kann Ihre Atmung verbessern und eine Schlafapnoe günstig beeinflussen. Schlaftabletten sind nicht zu empfehlen: Sie verstärken die nächtliche Erschlaffung der Rachenmuskulatur.
Da die Atemstillstände, begünstigt durch die Schwerkraft, häufiger in Rückenlage auftreten, sollten Sie besser in Seiten- oder Bauchlage schlafen. Es gibt spezielle Shirts, Westen und Gurte mit am Rücken eingenähten Luftkissen oder Schaumstoffblöcken, die ein unbewusstes Umdrehen in die Rückenlage im Schlaf verhindern.
Die Muskulatur der Atemwege lässt sich mit einem Atemtrainingsgerät kräftigen. Einen ähnlichen Effekt haben auch Singen oder das Spielen eines Blasinstruments – der Nutzen dieser Interventionen bei Schlafapnoe wurde bereits in einigen medizinischen Studien untersucht.
Unterkieferschiene
Ist die Ursache Ihrer Schlafapnoe ein zu kleiner, zurückweichender Unterkiefer, kann eine beim Schlafen getragene sogenannte Unterkieferprotrusionsschiene eine Alternative zur CPAP-Behandlung sein. Die auf Mass für Sie angefertigte Kunststoffschiene schiebt den Unterkiefer weiter nach vorn, hält so die Atemwege offen und kann nächtliche Atemaussetzer verhindern.
Zungenschrittmacher
Wird die Überdruckbeatmung nicht toleriert, kann auch ein sogenannter Zungenschrittmacher bei Schlafapnoe helfen. Das kleine Gerät wird unter dem Schlüsselbein implantiert, misst kontinuierlich die Atembewegungen und gibt in ihrem Rhythmus leichte elektrische Impulse an den Zungenmuskel ab. Dies verhindert das Erschlaffen und Zurückfallen der Zunge in den Rachenraum, und die Atemwege bleiben offen.
Chirurgische Korrektur
Schlafapnoe kann durch eine starke Vergrösserung der Rachenmandeln ausgelöst werden, die die Atemwege blockieren. Ist das der Fall, kann die operative Entfernung der Rachenmandeln das Problem beheben.
In schweren Fällen bietet die chirurgische Vorverlagerung von Ober- und Unterkiefer (bimaxilläres Rotations-Advancement) zwecks Weitung des Rachenraums eine Möglichkeit zur kausalen Behandlung. Ein solcher Eingriff wird allerdings in der Regel erst empfohlen, wenn die konservative symptomatische Therapie erfolglos bleibt.
Gewichtsreduktion
Ansammlungen von Körperfett im Bereich von Rachen und Hals können die Atemwege einengen, deshalb tritt Schlafapnoe tritt häufig im Zusammenhang mit starkem Übergewicht bzw. Adipositas auf. Eine besonders grosse Rolle spielen dabei offenbar Fettablagerungen im Bereich der Zunge. Medizinische Studien zeigen, dass sich der Abbau von Übergewicht direkt günstig auf das Zungenfett und die Schwere einer Schlafapnoe auswirkt.
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Welche Ernährung hilft bei Schlafapnoe?
Eine gesunde, vollwertige Ernährung kann nicht nur die Schlafqualität unmittelbar verbessern, sondern auch die mit Schlafapnoe verknüpften Risiken verringern. So lassen sich etwa Bluthochdruck und Diabetes durch eine ausgewogene Ernährung günstig beeinflussen. Ausserdem hilft Ihnen die gesunde Kost dabei, nachhaltig abzunehmen – damit können Sie in vielen Fällen die Ursache der Schlafapnoe direkt angehen.
Wir empfehlen Ihnen eine antientzündliche Ernährung – hier eine Richtlinie mit den wichtigsten Do’s und Don’ts:
Do:
- Viel Gemüse
- Vollkornbrot, Vollkornreis, Vollkornpasta
- Pflanzliches Protein aus Hülsenfrüchten und Nüssen
- Magere Milchprodukte (z.B. Magerquark, Skyr, Hüttenkäse)
- Omega-3-Fettsäuren-reicher Seefisch (z.B. Lachs, Hering, Makrele)
- Mageres Geflügelfleisch
- Gesunde Öle wie Olivenöl, Rapsöl oder Leinöl
Dont’t:
- Fettes Fleisch, rotes Fleisch und Wurst
- Fast Food
- Fette Milchprodukte (z.B. Sahne, Sahnejoghurt, fetter Käse)
- Weissmehlprodukte (z.B. Brötchen, Toastbrot, Feingebäck)
- Zuckerreiche Lebensmittel (z.B. Süssigkeiten, Softdrinks)
- Spätes, üppiges Abendessen – ein voller Magen drückt auf das Zwerchfell und behindert so die Atmung
- Alkohol – der entspannt die Muskeln und begünstigt damit auch das Erschlaffen der Rachenmuskulatur
Wichtig ist aber auch:
Wenn Sie sich jeden Genuss versagen müssen, werden Sie sich mit Ihrer neuen gesunden Ernährung kaum anfreunden. Das wäre ein Problem – Sie sollen sie ja schliesslich langfristig beibehalten. Deshalb: Wenn Sie das Gefühl haben, auf keinen Fall ohne Salami, Schokolade oder knusprigen Toast auskommen zu können, können Sie a) weniger “sündhafte” Alternativen wie Geflügelsalami, dunkle Schokolade oder Vollkorntoast suchen und sich b) kontrolliert kleine “Sünden” erlauben.
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